23 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck

Die Zahl ist alarmierend: Laut einer Analyse der Barmer leiden in der Bundesrepublik 26 Millionen Menschen an Bluthochdruck. Somit ist jeder Vierte Bundesbürger (28,4 Prozent, Stand 2016) betroffen. Acht Jahre zuvor lag die Quote derer mit einem zu hohen Blutdruck noch bei 25,3 Prozent bzw. 21 Millionen Personen. Das heißt: Der Trend zeigt traurigerweise im wahrsten Sinne des Wortes nach oben.

Bluthochdruck ist zur Volkskrankheit geworden

Die leitende Medizinerin der Barmer, Dr. Ursula Marschall, warnt daher in einer Pressemitteilung: „Bluthochdruck ist zu einer Volkskrankheit geworden, die in den kommenden Jahren durch den demographischen Wandel weiter zunehmen dürfte.“ Die Ärztin rät jedem, der Symptome wie Ohrensausen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Nasenbluten sowie Schmerzen in Brust und Kopf verspürt, den Blutdruck überprüfen zu lassen.

Das betrifft laut Studie vor allem Menschen in Sachsen-Anhalt. Hier wurde bei 34,9 Prozent der Bürger Bluthochdruck festgestellt. Ähnlich schlecht sieht es in Mecklenburg-Vorpommern (34,4 Prozent), Thüringen (33,9 Prozent) und Brandenburg (33,2 Prozent) aus. Etwas besser ist die Quote in Bremen mit 24,4 Prozent, wenngleich auch dieser Wert erschreckend hoch ist.

Ungesunder Stress und Co.

Warum die Werte derart angestiegen sind, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen. Die Barmer nennt lediglich die allgemein bekannten Risikofaktoren. „Bluthochdruck kann viele Gründe haben. Grundsätzlich können unter anderem Diabetes, Übergewicht. Nikotinkonsum, Bewegungsmangel und ungesunder Stress zu Bluthochdruck führen“, so Dr. Marshall.

Rechtzeitig die Weichen stellen

Umso wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks. Dabei sollte dann auch geklärt werden, ob es sich um eine Weißkittelhypertonie handelt, also einen erhöhten Blutdruck aufgrund der Umstände beim Arzt, oder ob der Blutdruck dauerhaft zu hoch ist. Dazu bietet sich eine 24-Stunden-Blutdruckmessung an. Sinnvoll ist darüber hinaus, auch zu Hause mithilfe eines eigenen Blutdruckmessgerätes die Werte zu prüfen und für den Arzt zu notieren.

Spätestens ab dem 35. Geburtstag raten Mediziner zudem, alle zwei Jahre den kostenlosen „Gesundheits-Check-up“ vom Hausarzt durchführen und sich auf gewissermaßen auf Herz und Nieren untersuchen lassen. Diese Untersuchung gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Den Check-up sollte man übrigens unabhängig von den Blutdruckwerten vereinbaren.

Der Anfangsverdacht

Wenn sich bei den Untersuchungen herausstellen sollte, dass der Blutdruck tatsächlich zu hoch ist, gibt es mehrere Optionen – immer abhängig vom Arzt und den Werten. Ob gleich zu Tabletten gegriffen oder zunächst eine Umstellung auf eine gesündere Ernährung und etwas mehr Bewegung empfohlen wird, richtet sich unter anderem danach, wie hoch der Blutdruck ist. Dass Tabletten nicht immer die beste Wahl sind, beweist der Skandal um den Wirkstoff Valsartan.

Patienten sind gut beraten, mit ihrem Arzt zu besprechen, welche weiteren Möglichkeiten bestehen. Im zweiten Schritt gilt es dann zu klären, inwieweit auch die Krankenkasse hilft bzw. helfen kann. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern zum Beispiel eine Ernährungsberatung an, die ein wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu einem niedrigeren und im besten Fall normalen Blutdruck sein kann.

Gleiches gilt für Entspannungskurse, in denen bekannte Techniken wie die Muskelentspannung nach Jakobsen oder autogenes Training gelehrt werden. Und für Raucher gibt es bei nahezu jeder Kasse Kurse, die dabei helfen, sich den Griff zum Glimmstängel abzugewöhnen.

Ob diese Leistungen von der Kasse übernommen und welche Kurse bzw. Beratungen angeboten werden, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Gehört keines dieser Angebote zum Leistungskatalog, wäre ein Wechsel der Krankenkasse ein durchaus sinnvoller Schritt in eine gesündere Zukunft.

Weiterführende Inhalte:

Informationen zum Wechsel der Krankenkasse – Krankenkassenzentrale.de

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Autor: Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
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