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Blutplasma – Blutserum – Ratgeber

Blut ist nicht einfach nur eine rote, Sauerstoff transportierende Flüssigkeit. Es setzt sich aus vielen Bestandteilen zusammen, die alle ihre Aufgaben erfüllen. Die Blutentnahme beim Arzt kann Hunderte von Untersuchungen und Laborwerten nach sich ziehen. Schon oft haben Patienten die Fachbegriffe Blutplasma und Blutserum gehört. Dieser Ratgeber betreibt Aufklärung.

Blutplasma – der flüssige Bestandteil

Das Blutplasma besteht überwiegend aus Wasser (mehr als 90 %); lediglich 10 % sind gelöste Substanzen. Blutplasma, das nicht mehr über Gerinnungsfaktoren verfügt, wird als Blutserum bezeichnet. Der Anteil des Blutplasmas macht bei Männern etwa 50 – 59 % des Blutvolumens aus. Bei Frauen sind es etwa 54 – 73 %. Pro Kilogramm Körpergewicht beträgt der Anteil von Blutplasma 5 %. Bei einem 70 kg schweren Menschen wären dies 3,5 l. Die Dichte p, auch als Massendichte bekannt, errechnet sich aus der Masse m sowie dem Volumen V.

Sie beträgt beim Blutplasma 1028 g/l. Gewonnen wird das Blutplasma durch Zentrifugieren des Blutes. Zuvor wird ein Gerinnungshemmer (z. B. Natriumcitrat) hinzugegeben. Zurück bleibt eine gelblich-klare Flüssigkeit, die für eine Plasmaspende verwendet werden kann. Zeigt sich jedoch eine milchig-weiße Flüssigkeit, ist sie für eine Transfusion nicht geeignet, denn sie ist verfettet (lipämisch). Hingewiesen wird hier möglicherweise eine Störung des Fettstoffwechsels. Ein rötliches Blutplasma hingegen ist kennzeichnend für geplatzte rote Blutkörperchen. Dieses wird als hämolytisch bezeichnet.

Hämolyse

Die Hämolyse bezeichnet die Auflösung roter Blutkörperchen (Erythrozyten). Unterschieden wird hier zwischen der physiologischen Hämolyse nach 120 Tagen sowie der gesteigerten Hämolyse, welche mit einer verkürzten Lebensdauer der roten Blutkörperchen einhergeht. Die Folge ist eine Blutarmut – die Anämie. Sie kommt zustande, wenn die Abbaumenge gegenüber der Neubildung überwiegt. Natürlich ist dieser Umstand nach einer Geburt. Hier müssen die Erythrozyten des Fötus abgebaut werden. Ersetzt werden sie durch solche, die für die Atmung mit Sauerstoff aus der Luft zuständig sind.

Zusammensetzung

Hier sind zunächst die Proteine/Eiweiße zu nennen:

  • Insgesamt ist hier von etwa 120 Proteinen die Rede. Den größten Anteil von ca. 60 % machen die Albumine Ihre Aufgabe ist die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, was den Wasseraustritt ins Gewebe verhindert. Albumine werden auch als Transportproteine bezeichnet.
  • Globuline haben vorwiegend Abwehrfunktionen. Sie stellen die zweite große Einheit der Eiweiße im Blut dar. Sogenannte Immunglobuline kennen Patienten auch als Antikörper. Ihre Aufgabe ist die Bindung und Markierung von Mikroorganismen. Auf diese Weise kann sie das körpereigene Abwehrsystem schneller erkennen und eliminieren.
  • Fibrinogen und andere Eiweiße sowie Enzyme/Gerinnungsfaktoren regulieren die Blutgerinnung. Auch einige Hormone stellen Proteine dar.

Blutplasma hat weitere Funktionen: der Transport von Stoffwechselprodukten für Substanzen, die im Plasma gelöst sind. Das Blutplasma sorgt für die nötigen Stoffe, die vor direkt vor Ort dem Blut entzogen werden. Doch auch Stoffwechsel-Abbauprodukte aus den Zellen werden an das Blutplasma abgegeben. So sind Entgiftung und Ausscheidung gesichert.

  • An Nährstoffen sind Glukose, Aminosäuren, Lipide und Vitamine zu nennen.
  • Auch Elektrolyte Mineralstoffe wie Natrium, Kalzium, Kalium, Magnesium, Chlorid und Phosphat werden mittels Blutplasma transportiert.
  • Abbauprodukte wie Kreatin, Harnstoff u. a. finden ebenfalls ihren Weg über das Blutplasma.

Auch der Sauerstoff- sowie Kohlenstoffdioxid-Transport zählen zu den Aufgaben des Blutplasmas. Allerdings liegt beim Sauerstoff die Transportkapazität unter der des Hämoglobins, welches sich in den roten Blutkörperchen befindet.

Laborwerte

Abweichungen der Laborwerte von den Normwerten lassen auf Störungen und Krankheiten schließen. Diese müssen nicht besorgniserregend sein, sollten jedoch geklärt werden. 

Plasmaspiegel

Weitere Bezeichnungen sind Plasmakonzentration oder allgemein Blutspiegel. Er liefert die messbare Konzentration körpereigener oder -fremder Substanzen. Körpereigen ist z. B. der Blutzucker, körperfremd hingegen ein Medikament, das an das Blut Fremdstoffe abgibt. Als Serumspiegel wird gleiches bezeichnet im Hinblick auf das Blutserum.

Bei den pharmakologisch wirksamen Stoffen ist auch vom Wirkspiegel die Rede. Im optimalen Fall lieg er innerhalb der therapeutischen Breite. Eine große Rolle spielt hier die Plasmahalbwertzeit, die eine Zeitspanne definiert, welche nach einer Injektion von der maximalen Konzentration bis zum Abfall auf die Hälfte des gemessenen Wertes vergeht. 

Blutplasma für die Heilung

Die im Blutplasma enthaltenen Proteine spielen in der Medizin wie in der Pharmazie eine bedeutende und entscheidende Rolle, vor allem in der Notfallmedizin. Doch profitieren auch chronische Kranke sowie schwerkranke Patienten. Der medizinische Fortschritt jedoch ermöglicht heutzutage bereits die gentechnische Herstellung von Proteinen. Dieser Umstand verschafft eine große Unabhängigkeit von Blutspenden.

Blutserum

Blut besitzt eine zentrale Rolle für die Nähr- und Sauerstoffversorgung aller Organe. Der menschliche Körper verfügt über etwa 5 – 6 l Blut, das sich aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt. Jeder Bestandteil hat seine speziellen Aufgaben, auch das Blutserum, welches ebenfalls einen flüssigen Bestandteil des Blutes ausmacht.

Dieser bleibt übrig, wenn die Blutgerinnung abgeschlossen ist. Es ist nahezu frei von Fibrinogen (Protein, welches in der Leber hergestellt und für die Blutgerinnung benötigt wird). Einige Bestandteile jedoch bleiben in aktiver Form erhalten (Thrombin und Plasmaproteine).

Zusammensetzung

Blutserum setzt sich zusammen aus:

  • 91 % Wasser
  • 7 % Proteine
  • 2 % Mineralien (Elektrolyten), Nährstoffen und anderen kleinen molekularen Substanzen

Die Proteinanteile zeigen sich wie folgt: 62 % Albumin und verschiedene Globuline:

  • 3 % α1-Globuline, zuständig für den Lipidtransport (Blutfette)
  • 7 % α2-Globuline, zuständig für Eisen- und Kupfertransport
  • 9 % ß-Globuline, zuständig für Eisen- und Lipidtransport
  • 17 % ƴ-Globuline, zuständig für die Immunabwehr

Auch Blutserum ist im Normalfall gelblich. Verantwortlich für die Farbe ist das Bilirubin, ein Abbauprodukt des Häm-Anteils (Eisen) aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Es ist ein Gallenfarbstoff. Bekannt ist sicherlich jedem die gelbliche Farbe der Gallenflüssigkeit.

Fazit

Wie eine rechnerische Formel kann zusammengefasst werden: Blutserum + Fibrinogen = Blutplasma. Die Gesundheit des Blutes ist, wie die Organe auch, von der Lebensweise und den Lebensumständen abhängig. Auch die Vererbungslehre kann eine große Rolle spielen. Bei fast allen organischen Erkrankungen wird der Mediziner eine Blutprobe entnehmen und die Laborwerte feststellen lassen, die dann Aussage über Zustand bzw. Entwicklung des Gesundheitszustandes, aber auch über die Art der Erkrankung machen. Manchmal geben die Blutwerte aus Blutplasma und Serum keine eindeutigen Hinweise, jedoch liefern sie genügend Material, um die zu erforschende/n Richtung/en zu erkennen.

Übrigens: Die Fließfähigkeit des Blutes kann auf natürliche oder pharmazeutische Art manipuliert werden. Ausreichendes Trinken ist die natürliche Art und Weise, schon so lassen sich Thrombosen vermeiden. Ist die Gefahr jedoch zu groß, werden Blutverdünner verabreicht.

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