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Bluthochdruck und der Salzkonsum

Bluthochdruck und die Wirkung von Salz

Futtern wir uns mit salzhaltiger Kost tatsächlich ins eigene Grab oder ist alles nur Hysterie? Die Fachpresse ist sich hier selbst nicht ganz einig, doch dass es Zusammenhänge zwischen Bluthochdruck und dem Salzkonsum gibt, wurde mittlerweile mehrfach durch Studien belegt.

Wie wirkt sich Salz auf den Blutdruck aus?

Wenn zu viel Salz konsumiert wird und ins Blut gelangt, benötigt das Blut auch mehr Wasser. Dadurch vergrößert sich insgesamt das Blutvolumen in den Adern. Darauf reagieren die Gefäße dann wiederum mit Gegendruck – und schon entsteht Bluthochdruck. Allerdings hängt es ganz davon ab, wie viel Salz konsumiert wird.

So erklärten Forscher Anfang 2014, dass die Schlussfolgerung Salz = Bluthochdruck aus einem falsch durchgeführten Experiment stammte: 1972 hatte der US-Wissenschaftler Lewis Dahl Ratten Salz ins Futter gemischt und einen Anstieg des Blutdrucks gemerkt. Allerdings handelte sich auf den Menschen und sein Durchschnittsgewicht umgerechnet um gut ein Pfund Salz! Eine spätere Studie widerlegte diese Theorie dann auch.

Blutdruck senken mit reduziertem Salzkonsum

Allerdings gibt es Einschränkungen: Ein hoher Salzkonsum alleine lässt den Blutdruck zwar nicht ansteigen, doch eine salzarme Ernährung kann einen zu hohen Blutdruck reduzieren.

Amerikanische Forscher errechneten, dass schon 3 Gramm Kochsalz pro Tag weniger die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle um rund 100.000 senken könnte. Gerade wer nicht jahrelang auf blutdrucksenkende Medikamente angewiesen sein will, sollte also versuchen, den Salzkonsum zu reduzieren.

Versteckte Salze in Fertignahrung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich maximal 6 Gramm Salz zu konsumieren. Dies wird jedoch häufig überschritten, denn „Salz“ bedeutet längst nicht nur das gesalzene Frühstücksei oder das mit Salz und Pfeffer gewürzte Steak am Abend. Vor allem in verarbeiteter Nahrung und in Fertiggerichten verstecken sich oft große Salzmengen.

Noch heimtückischer: Die Nährwertangaben auf Lebensmittelpackungen stellen gewöhnlich den Natriumgehalt dar. Ein Gramm Natrium entspricht jedoch 2,54 Gramm Kochsalz. Bei einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW brachte es beispielsweise ein Fertiggericht mit Nürnberger Rostbratwürstchen auf Apfelkraut auf sagenhafte 7,21 Gramm Salz – und damit schon auf mehr als die empfohlene Tagesdosis.

Selbst kochen ist sinnvoller

Salzarme Ernährung ist eigentlich nur möglich, wenn selbst gekocht wird, denn nicht nur Fertiggerichte sind oft viel zu stark gesalzen, auch in Kantinen und Restaurants wird viel zu viel Salz eingesetzt. Wer jedoch selbst ein mageres Steak in die Pfanne haut und mit provenzalischen Kräutern würzt, ist auf der sicheren Seite.

Im Internet sind lange Tabellen zu finden, die den Natriumgehalt zahlreicher Lebensmittel auflisten und vor verstecktem Sal warnen. Wer erwartet beispielsweise, dass in 100 Gramm Tomatenketchup 3,3 Gramm Salz stecken oder im leckeren Gouda-Käse 2,2 Gramm Salz?

Vorsicht ist auch beim Mineralwasser geboten! Wer täglich viel Mineralwasser trinkt, weil regelmäßiges Trinken gesund sein soll, schadet sich möglicherweise selbst: So manches bekannte Mineralwasser bringt es auf 45 mg Salz pro Liter. Beim Einkaufen lohnt es sich also zu Marken zu greifen, die „natriumarm“ sind. Diese dürfen nur so gekennzeichnet werden, wenn sie weniger als 20mg Natrium pro Liter enthalten.

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