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Normaler Puls

Aufregung treibt den Puls in die Höhe und Entspannung verlangsamt ihn. So entstehen oft Fragen zum Thema wie:

  • Was ist ein normaler Puls bei Frauen?
  • Was ist ein normaler Puls bei Männern?
  • Was ist ein normaler Puls bei Kinder?
  • Ist ein normaler Puls bei Bluthochdruck möglich?

Doch was sind eigentlich normale Pulswerte und warum sind sie in Bezug auf Gesundheit und Krankheiten so wichtig?

Dieser Ratgeber will Ursachen auf den Grund gehen und ein für alle Mal aufräumen mit Unwissenheit. Denn: Den einen richtigen Puls gibt es nicht.

Definition Pulsdruck

Wie überhaupt entsteht der Pulsdruck? Um zu verstehen, warum ein normaler Puls so wichtig ist, muss man wissen, wie er überhaupt zustande kommt. Er gibt den Abstand zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck an. Die Berechnung ist ganz einfach: Man subtrahiert den diastolischen vom systolischen Druck:

  • Systolischer Druck: 135 mmHg (systolisch: Höchstbelastung des Herzens bei der Pumpbewegung)
  • Diastolischer Druck: 80 mmHg (diastolisch: die Minimalbelastung des Herzens)
  • Pulsdruck:  55 mmHg

Genau wie der Blutdruck wird der Pulsdruck in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben.

Der Pulsdruck ist das Maß für die Elastizität der Blutgefäße, die von höchster Bedeutung ist. Eine Einschränkung der Dehnbarkeit sorgt für eine Erhöhung des Pulsdruckes und kann einen ersten Hinweis geben auf eine mögliche Arteriosklerose. Einige Studien räumen ihm eine höhere Aussagekraft für das Herzinfarktrisiko ein, als die Blutdruckwerte.

Normaler Puls – Das sind die Werte

Die Frequenz des Pulses ist abhängig von Geschlecht, Alter und Fitnesszustand. Viele Gründe, nicht nur körperliche, können ihn in die Höhe treiben.

Die Puls-Normalwerte (Ruhepuls) nach Alter sortiert:

Alter Pulsschläge/Minute
0 Jahre 140
2 Jahre 120
4 Jahre 100
10 Jahre 90
14 Jahre 85
Erwachsene 60 – 80
Senioren 80 – 85

 Dabei ist zu beachten, dass

  • durchtrainierte Leistungssportler deutlich niedrigere Pulswerte haben.
  • Frauen leicht höhere Werte haben, als Männer.
  • Medikationen den Pulsdruck erhöhen oder senken können.
  • Genussmittel (Alkohol, Nikotin, Koffein) die Pulsfrequenz vorübergehend erhöhen können.
  • bei Infekten der Pulswert meist leicht erhöht ist.

Da Menschen doch sehr individuell sind, gibt es den einen Normwert nicht. Lediglich grobe Richtungen können angegeben werden, die ein wenig Sicherheit verschaffen können. Dabei wird eingeräumt: Werte bis 50 mmHg gelten als normal und ab 65 mmHg bei älteren Patienten besteht Behandlungsbedarf.

Doch nicht jede Behandlung, die die Senkung des Bluthochdrucks zum Ziel hat, sorgt auch automatisch für die Senkung des Pulsdrucks. Daher sollte der Arzt informiert werden, wenn der Pulsdruck über 50 mmHg bleibt.

Wenn der Puls zu niedrig ist.
Wenn der Puls zu niedrig ist.

Durchtrainierte Personen verfügen über niedrigere Pulswerte, weil das Herz mit jedem Schlag viel Blut transportiert. Der umgekehrte Fall gilt bei einem schwachen Herzen, daher schlägt es öfter. Von Pulsmodulation sprechen Mediziner, wenn sich das Herz gut an Belastungssituationen anpassen kann.

Als Alarmzeichen gilt, wenn der Pulsdruck unter körperlicher Belastung nicht so ansteigt, wie erwartet. Das spricht für ein angegriffenes Herz. Spitzensportler können locker 200 Schläge pro Minute erlangen, weniger Trainierte 180. Ein schwaches Herz schafft maximal 160 Schläge.

Alarmzeichen

Das erhöhte Risiko für Herzinfarkt und plötzlichen Herztod ist mit einer geringen und starren Pulsmodulation verbunden. Häufig tritt sie vor allem bei Diabetikern auf. Aber auch das heutige, oft auftretende Burn-out-Syndrom – Folge von dauerhaftem, überhöhtem Stress – weist häufig eine derartige pathologische Herzratenvariabilität mit hohem und starrem Puls auf.

Ein schwaches Herz kommt auch nachts kaum zur Ruhe mit ca. 80 Schlägen pro Minute, während bei einem gesunden Herzen der Körper weniger Blut benötigt und auf Ruhemodus mit niedrigen Pulswerten schaltet.

Entspannung und körperliches Training sind angesagt

Was kann man tun, um für Entspannung und damit für normale Pulswerte zu sorgen? Das ist eigentlich ganz einfach und doch so schwer. Die Pulswerte sagen etwas über die Lebensweise eines Menschen aus. Ist der Ruhepuls zu hoch oder steigen die Werte unter Belastung zu wenig an, ist es an der Zeit, Abhilfe zu schaffen.

Zwei Dinge können dabei helfen: Entspannungsübungen und körperliches Training. Autogenes Training, Biofeedback und/oder Atemübungen & Co. beruhigen die aufgewühlte Seele und damit auch den Puls. Das körperliche Training stärkt das Herz. Das umfasst neben dem Ausdauertraining auch das Krafttraining für Arme, Beine und Schultergürtel, denn schwache Muskeln belasten das Herz (auch das Herz ist ein Muskel).

Sind die Muskeln schwach, muss das Herz mehr arbeiten, um sie zu durchbluten und mit Sauerstoff zu versorgen. Folgerichtig entlasten kräftige Muskeln das Herz.

Weiterhin sorgt Übergewicht für eine erhöhte Pulsfrequenz, denn bei mehr Körpermasse muss das Herz auch mehr Leistung erbringen. Daher ist bei vorhandenem Übergewicht die Gewichtsreduktion erstes Ziel.

Erhöhte Pulswerte in der Schwangerschaft

Bluthochdruck in der Schwangerschaft
Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Bereits ab dem dritten Schwangerschaftsmonat können sich die Pulswerte der werdenden Mutter erhöhen. Die Ursache liegt darin, dass der Körper der Mutter den Blutfluss des Babys mitregulieren muss, das können bis zu eineinhalb Liter Blut sein.

Der erhöhte Pulsdruck in der Schwangerschaft geht einher mit einem geringeren Blutdruck. Der Tiefpunkt ist zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche zu erwarten.

Auch das höhere schwangerschaftsbedingte Gewicht sorgt für die Erhöhung der Pulswerte. Die täglichen Verrichtungen fallen schließlich nicht mehr so leicht, wie z. B. das Treppensteigen oder das Tragen der Einkaufstasche.

Schilddrüsenfehlfunktionen und Pulsdruck

Eine Schilddrüsenüberfunktion sorgt für einen hohen systolischen Blutdruck und einen unregelmäßigen Herzschlag. Alarmierend ist auch der erhöhte Pulsdruck. Weiterhin sind Unruhe, Schlafstörungen, Wärmeempfindlichkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Händezittern, Verdauungsstörungen, Übelkeit und noch einige andere Symptome kennzeichnend für die Überfunktion.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt sich der Herzschlag und gegebenenfalls erhöht sich der diastolische Blutdruck. Weitere Alarmzeichen sind Antriebsarmut, Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Gewichtszunahme, Zyklusstörungen bei Frauen sowie trockene und schuppige blassgelbe Haut.

Daher sollte bei gestörtem Pulsdruck stets auch die Schilddrüsenfunktion berücksichtigt werden.

Wenn die Seele Hilfe ruft

Wer viel Verantwortung trägt, Konflikten nicht aus dem Weg geht, ständig unter Termindruck steht und sorgengeplagt ist, leidet ebenfalls oft unter erhöhten Pulswerten. Auch ständiger Lärm treibt den Puls in die Höhe. Denn all die genannten Punkte sorgen für Stress. Dauerhafter Stress löst auch oft Depressionen aus, sodass die Seele (und damit der Körper) nicht mehr zur Ruhe kommt.

Magenbeschwerden, Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit, Verspannungen, Gewichtsveränderungen und Herzrasen sind oft die Folge. Um den dauerhaften Stress in den Griff zu bekommen, wird häufig zu Medikamenten gegriffen, die zusätzlich auch Auswirkungen auf die Pulsfrequenz haben. Daher ist es unumgänglich, der Stressfalle zu entgehen!

Ruhe für Körper und Seele bedeutet auch Ruhe für den Puls

Pulswerte außerhalb des Normalbereiches sollten medizinisch abgeklärt werden. Zusätzlich sollte sich jeder überlegen, was vielleicht stressbedingte Ursachen sein könnten. Diese gilt es schleunigst zu eliminieren.

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