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Bluthochdruck in den Wechseljahren

Bluthochdruck in den Wechseljahren

Millionen von Frauen klagen ihr Leid. Mit Beginn der Wechseljahre steigt der Blutdruck. Doch warum ist das so?

Warum die Wechseljahre Bluthochdruck begünstigen

Grund ist der veränderte Hormonhaushalt der Frau. Der Östrogengehalt, der für die Fruchtbarkeit sorgte, sinkt. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen besitzt blutdrucksenkende Eigenschaften. So ist in den Wechseljahren Bluthochdruck manchmal vorprogrammiert. Im Gegenzug steigt der Testosteronspiegel und wie Männer neigen plötzlich viele Frauen zu Bauchfett.

Diese Art des Fettes ist extrem gefährlich, weil es selbst appetitanregende Hormone freisetzt und den Blutdruck in die Höhe treibt. Ein Blutbild, das der Arzt erstellt, hilft einen Überblick zu verschaffen, wie hoch der Östrogenanteil bzw. Testosteronanteil noch bzw. schon ist. Eine bereits übergewichtige Frau, die vielleicht auch noch unter Ängsten und negativem Stress leidet, hat schlechte Chancen, sofern sie ihre Lebensweise nicht anpasst.

Vor dem Beginn der Wechseljahre leiden Frauen viel seltener unter Bluthochdruck, als Männer. Doch mehr als 50 % aller Frauen wurden in den ersten Jahren nach Einsetzen der Wechseljahre Opfer der Hypertonie. Die größte Gefahr dabei ist, dass diese keine Beschwerden auslöst und oft zu spät erkannt wird. Nieren und Herz können bereits geschädigt sein. Tendenziell leben Frauen gesünder als Männer, doch diese Gefahr können viele nicht abschätzen. Wie auch, wenn keine Symptome auftreten?

Die Folgen von Bluthochdruck im Klimakterium

Wie bei allen anderen Arten des Hochdrucks steigt die Gefahr, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Das gefährlichste Alter liegt bei Frauen um die 60 Jahre, bei Männern bereits um die 40. Auch die Symptome unterscheiden sich von denen der Männer. Sie äußern sich in Übelkeit, Erbrechen, Kurzatmigkeit und Beschwerden im Oberbauch.

Hilfe für Bluthochdruck in den Wechseljahren

Zur Senkung des Risikos für Bluthochdruck wird reichlich Bewegung an der frischen Luft, sowie geringer Alkoholkonsum und natriumarme Ernährung empfohlen. Eine Hormonersatztherapie hilft zwar vordergründig, ist jedoch sehr umstritten, da sich das Risiko, in späteren Jahren an Brustkrebs zu erkranken, ungleich erhöht.

Ab einem Alter von etwa 45 Jahren sollte man regelmäßig beim Arzt den Blutdruck kontrollieren lassen. Auch zu Hause kann man selbst Messungen vornehmen. Viel Bewegung, ein normales Körpergewicht und eine salzarme Kost, die reichlich Obst und Gemüse, jedoch wenig Fleisch, Fett und Zucker beinhaltet, senkt das Risiko einer Hypertonie immens.

Auch den Verzicht auf Alkohol und Zigaretten dankt der Körper mit einem normalen Blutdruck. Die Vermeidung von Stress ist ebenfalls hilfreich. Der Vorteil ist, dass man nun in einem Alter ist, in dem man über vieles, was früher den Blutdruck in die Höhe getrieben hat, mittlerweile gelassen hinwegsehen kann.

Wird eine Hypertonie festgestellt, die nicht nur vorübergehend ist, sollte man sich mit dem Arzt zusammensetzen und über mögliche Maßnahmen sprechen. Denn gelingt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und gesunder Lebensweise die Regulierung des Blutdruckes bei Frauen im Klimakterium nicht, hilft nur noch der Einsatz von Medikamenten. Doch sollten zuerst alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen werden, bevor an eine solche Therapie zu denken ist.

Natürliche Mittel wie Knoblauch oder Knoblauchpräparate, grüner Tee, Rotwein, Kakao und Omega-3-Fettsäuren helfen, den Blutdruck auf ein gesundes Level zu bringen. Auch natürliche Nahrungsmittel wie Bananen, Kiwis, Rosinen, Melonen usw. sind sehr hilfreich. Doch reicht hier einmaliger Konsum nicht, nur der regelmäßige Verzehr nimmt die Tücke.

Frauen in den Wechseljahren tun gut daran, sich mit dem Thema Bluthochdruck zu beschäftigen. Wer den Feind kennt, kann ihn auch erfolgreich bekämpfen. Schon allein das Wissen um die potenzielle Hypertonie macht in den meisten Fällen den betroffenen Frauen klar, dass sie ihren Lebenswandel gegenüber früheren Zeiten vielleicht ändern müssen.

Weniger Aufregung zur Stressvermeidung, Änderung der Ernährung (der Bedarf des Körpers ändert sich und muss angepasst werden, denn nicht selten kann man beobachten, dass Frauen in den Wechseljahren plötzlich „auseinandergehen“), neue Erkenntnisse zum Blutdruckthema erwerben, allgemeine Änderung der Lebensgewohnheiten, mehr Bewegung – all dies kann zu einer signifikanten Verbesserung und somit zur Verlängerung des Lebens führen.

So manche Frau mag vielleicht nicht einsehen, dass sie nach vielen Jahren des Verzichts (vielleicht aufgrund von finanzieller Not) erneut verzichten soll. Muss sie gar nicht. Es gilt nur, eine neue Art des Genusses zu finden. Wer sagt denn, dass nur die Pizza gut schmeckt, der gesunde Gemüseauflauf oder die Kartoffeln jedoch zu langweilig sind.

Hier ist einfach nur neues Bewusstsein und Kreativität gefragt. Und alle Schokoholiker unter den Frauen können sich nun freuen, denn auch hochwertiger Kakao ist ein adäquates Mittel zur Behebung von Bluthochdruck. Jedoch ist nur dunkle Bitterschokolade hilfreich. Doch wer sich auf das Experiment einlässt, gewöhnt sich schnell daran und möchte gar keine Vollmilch- oder weiße Schokolade mehr essen.

Abnehmen kann den betroffenen Frauen die Verantwortung niemand. Die müssen sie schon selbst übernehmen. Die Gefahren einer Hypertonie sind nicht zu unterschätzen. Doch die Wirkung einer veränderten Lebensweise als Jungbrunnen ebenfalls nicht. Auch im gehobenen Alter kann man noch attraktiv aussehen und selbstbewusst sein – ganz ohne Krankheit. Es ist nur nicht mehr ganz so einfach, wie früher, lohnt sich jedoch.

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