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Niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck - Ursachen, Symptome und Behandlung

Wann spricht man von niedrigem Blutdruck?

Von einem zu niedrigen Blutdruck wird gesprochen, wenn die Blutdruckmessung bei Frauen Werte unter 100/60 mmHg ergibt und bei Männern die Blutdruckwerte unter 110/70 mmHg liegen. Niedriger Blutdruck wird medizinisch auch als Hypotonie bezeichnet und ist im Normalfall nicht als Erkrankung anzusehen.

Erst wenn Beschwerden auftreten kann ein zu niedriger Blutdruck zu einem Problem werden. Im Gegensatz zum Bluthochdruck führt eine Hypotonie nicht zu ernsthafte Organ- oder Gefäßschäden. Allerdings kann ein zu niedriger Blutdruck durchaus ein Hinweis  auf bereits bestehen Erkrankungen sein.

Es wird vermutet, dass rund 5 % der Bevölkerung an zu niedrigem Blutdruck leiden. Zumeist leiden junge und sehr schlanke Menschen an einer Hypotonie. Dabei sind Frauen vermehrt davon betroffen. Vor allem in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft ist ein leichter Abfall des Blutdrucks normal, um sich dann im letzten Drittel der Schwangerschaft wieder einzupendeln. In Deutschland gilt die Hypotonie als eigenständige Krankheit. Dies ist in anderen Ländern nicht der Fall. Daher wird die Hypotonie oftmals auch als „german disease“ (deutsche Krankheit) bezeichnet.

Mögliche Ursachen für einen Blutniederdruck

Ein zu niedriger Blutdruck kann aus verschiedenen Gründen auftreten. Die Ursachen für eine Hypotonie werden in vier Kategorien unterteilt:

  • anlagebedingte Hypotonie
  • akute Hypotonie
  • symptomatische Hypotonie
  • orthostatische Hypotonie

Der Blutdruck wird über ein Regelsystem eingestellt. Verschiedene Rezeptoren leiten alle notwendigen Informationen über das Nervensystem bis zum Stammhirn, welches dann die entsprechenden Befehle an das Herz und die Blutgefäße weitergibt. Dazu wird der Blutdruck durch das Hormon Renin bei eventuellen Schwankungen immer wieder angepasst. Dieser Regulationsmechanismus kann anlagebedingt auch schon einmal vom Normalmaß abweichen und etwas höher oder tiefer angelegt sein, sodass ein niedriger Blutdruck genetisch bedingt sein kann.

Eine akute Hypotonie kann bei einem Schock oder Kreislaufkollaps entstehen, denn bei einem solchen akuten Zustand wird die Durchblutung von weniger wichtigen Organen und Körperbereichen automatisch herunterreguliert, um so die Durchblutung der lebensnotwendigen Körperregionen wie etwa Gehirn und Herz so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Ebenso kann der Blutdruck akut nach lang anhaltendem Erbrechen oder Durchfall durch den so entstandenen Flüssigkeitsverlust absinken.

Von einer symptomatischen Hypotonie wird gesprochen, wenn Erkrankungen ursächlich zu einem Blutniederdruck führen. Dies kann bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa der Herzinsuffizienz, aber auch bei Hormonstörungen oder neurologischen Erkrankungen der Fall sein. Auch Infekte und Medikamente, die zu einem Flüssigkeits- oder Salzmangel führen, können niedrigen Blutdruck auslösen.

Bei einer gesunden und störungsfreien Kreislaufregulation wird der Blutdruck automatisch immer so eingestellt, dass alle Organe in jeder Körperlage immer ausreichend mit Blut versorgt werden. Diese Fähigkeit des Blutkreislaufs, auch Orthostase-Regulation genannt, kann gestört werden. Es kommt dann zu einem messbaren Abfall des Blutdrucks bei einer veränderten Körperhaltung. Insbesondere beim Übergang vom Sitzen und Liegen zum Stehen sinkt der Blutdruck plötzlich ab und die Betroffenen leiden häufig unter Schwindel, Ohrensausen bis hin zur Ohnmacht.

Genau wie beim Bluthochdruck wird auch bei der Hypotonie zwischen primären und sekundären Formen unterschieden. Bei einer primären Hypotonie ist keine eindeutige Ursache für das Auftreten eines zu niedrigen Blutdrucks feststellbar, während sich eine sekundäre Hypotonie auf bestimmte Ursachen zurückführen lässt.

Symptome der Hypotonie

Ein zu niedriger Blutdruck kann sich an unterschiedlichen Symptomen zeigen. Dazu zählen eine allgemeine Abgeschlagenheit, rasche Ermüdung und am Morgen das Gefühl, nicht in die Gänge zu kommen und unausgeruht zu sein. Auch Schwindelgefühl und die rasche Neigung zur Ohnmacht können Anzeichen für einen zu niedrigen Blutdruck sein. Weitere Hinweise auf eine Hypotonie können Appetitlosigkeit, eine erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Augenflimmern und Ohrensausen sowie ein gesteigertes Schlafbedürfnis und Wetterfühligkeit sein.

Anders als der Bluthochdruck hat aber der Blutniederdruck keine negativen Auswirkungen auf Arterien und Venen. Stattdessen bleiben die Gefäße bei einem zu niedrigen Blutdruck auf Dauer jung, sodass die Hypotonie sogar einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer Arteriosklerose vorbeugt.

Therapie gegen einen zu niedrigen Blutdruck

Normalerweise ist zu niedriger Blutdruck nicht schädlich für den Körper und bedarf insofern in den meisten Fällen keiner besonderen Therapie. Allerdings sollte zunächst abgeklärt werden, ob nicht doch eine Erkrankung als Ursache für die Hypotonie zugrunde liegt. Trotzdem sind die von einem zu niedrigen Blutdruck hervorgerufenen Beschwerden zuweilen für die Betroffenen äußerst unangenehm.

Alle Symptome, die durch eine Hypotonie ohne vorliegende Grunderkrankung auftreten können, lassen sich zumeist durch kleine Veränderungen in der Lebensweise oder Hausmittel wirkungsvoll bekämpfen. Bei orthostatischen Blutdruckbeschwerden hilft es meist schon, wenn das morgendliche Aufstehen ein wenig langsamer erfolgt. Zusätzlich haben sich kreislaufwirksame Übungen bewährt. So lässt sich der venöse Blutrückstrom durch das Strecken und Heranziehen der Füße am Morgen aktivieren.

Ein bekanntes Hausmittel sind auch Wechselduschen. Dabei reicht  es, wenn die Beine abwechselnd mit warmem und kaltem Wasser abgeduscht werden. Nicht empfehlenswert sind Wechselduschen jedoch für Patienten mit Venen- oder Herzleiden. Hier sollte der Arzt zuvor auf jeden Fall zurate gezogen werden. Auch regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus. Dabei ist bei einer vorliegenden Hypotonie zumeist eine moderate Belastung des Körpers weitaus besser, als ein belastungsintensives Sporttraining. Regelmäßiges Spazierengehen, Treppensteigen, oder Ausdauersport in Maßen lindert die Blutdruckbeschwerden weitaus besser als stark belastende Sportarten.

Die starke Belastung beim Sport lässt den Blutdruck temporär ansteigen, während er nach der sportlichen Betätigung rapide abfällt. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann die Blutdruckbeschwerden lindern, denn so erhöht sich das Blutvolumen im Körper. Am besten eignen sich Wasser und ungesüßter Tee. Sekt oder Kaffee lassen den Blutdruck indes nur temporär ansteigen. Üppige Mahlzeiten ziehen das Blut vermehrt in den Bauchraum. Hypotonie-Patienten sollten sie daher vermeiden und stattdessen besser mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu sich nehmen.

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