Blutdruck bei Kindern

Normale Blutdruckwerte und Puls in der Kindheit als Tabelle

Wie sieht es eigentlich mit den Blutdruck bei Kindern aus? Blutdruckmessungen gehören bei Erwachsenen zur Routineuntersuchung, denn der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für die körperliche Gesundheit. Insbesondere ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und ist behandlungsbedürftig.

Doch auch bei Kindern sollte der Blutdruck regelmäßig überprüft werden. Verschiedene Gründe führen dazu, dass auch bei Kindern die Zahl der Bluthochdruckpatienten kontinuierlich ansteigt.


Was die Werte der Blutdruckmessung aussagen

Der Blutdruck ist bei jedem Menschen ein wichtiger Indikator für die Gesundheit. Bei der Messung des Blutdrucks werden typischerweise zwei Werte ermittelt. Diese geben den systolischen und den diastolischen Blutdruck an.

Der erste Wert beim Messergebnis gibt über die Höhe des systolischen Blutdrucks Auskunft, während der zweite Wert den diastolischen Blutdruck beziffert. Der systolische Blutdruckwert gibt den maximalen Gefäßdruck während des Pumpvorgangs des Herzen an. Dabei wird das Blut stoßweise in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt und lässt den Gefäßdruck ansteigen.


Der diastolische Wert misst hingegen den niedrigsten Gefäßdruck in der Entspannungsphase des Herzens. Grundsätzlich ist die Höhe des Blutdrucks immer altersabhängig. Bei einem erwachsenen Menschen gelten Werte von 120 zu 80 mmHg als Optimalwerte.

Bei Kindern ist die Einteilung der optimalen Blutdruckwerte in medizinischen Fachkreisen durchaus umstritten. So haben amerikanische Mediziner Richtwerte vorgelegt, die in Deutschland als zu niedrig gelten. Grundsätzlich ist der Blutdruck bei Kindern jedoch vom Alter, der Körpergröße und dem Geschlecht abhängig.

Die Normalwerte bei Kindern und in der Jugend

Mit zunehmendem Alter steigen auch die Blutdruckwerte. Bei Kindern und Jugendlichen liegen die Normalwerte daher grundsätzlich unter den Normwerten für Erwachsene. Die systolischen und diastolischen Werte von Jungen und Mädchen weichen bei gleichem Alter geringfügig voneinander ab. Außer dem Alter und dem Geschlecht des Kindes spielt auch die Körpergröße eine Rolle wenn es darum geht, ob der Blutdruck der Norm entspricht, oder möglicherweise zu hoch oder zu niedrig ist.

Nach den Vorgaben der Deutschen Hochdruckliga gelten folgende Blutdruckwerte bei Kindern als normal:

Neugeborene 60 : 35 mmHg
1 Jahr 85 : 40 mmHg
4 Jahre 95 : 50 mmHg
8 Jahre 100 : 60 mmHg
12 Jahre 105 : 62 mmHg
ab 16 Jahren 115 : 65 mmHg

Die Hauptgründe für Bluthochdruck bei Kindern

Schon heute leidet eines von fünf Kindern unter Bluthochdruck. Bei den Jugendlichen ist einer von drei Teenagern von Bluthochdruck betroffen. Mediziner befürchten, dass sich diese Zahlen in Zukunft noch weiter erhöhen werden. Ursächlich dafür verantwortlich scheinen der zunehmende Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen, schlechte Essgewohnheiten und die Zunahme der AHDS-Erkrankung zu sein.

Bewegungsmangel und Übergewicht gehören zu den Hauptgründen für Bluthochdruck bereits im Kindesalter. Auch Kinder sitzen heutzutage mehr und mehr vor dem Computer oder dem Fernsehgerät, anstatt sich draußen zu bewegen oder sich sportlich zu betätigen. Dazu nimmt die Belastung in der Schule stetig zu, sodass die Kinder viele Stunden am Tag in der Schule, bei den Hausaufgaben oder zum Lernen sitzend verbringen.


Die meisten Kinder leiden daher schon aufgrund ihres normalen Tagesablaufs unter dauerhaftem Bewegungsmangel. Schlechte oder falsche Essgewohnheiten steigern dazu das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken auch bei Kindern. Der vermehrte Verzehr von Fastfood und Fertigprodukten führt zu einem erhöhten Salzkonsum, der sich negativ auf die Blutdruckwerte auswirkt. Auch Lärm und Passivrauchen begünstigen die Entstehung eine Hypertonie und sind Risikofaktoren, denen auch Kinder oftmals ausgesetzt sind.

Die Risikofaktoren, die die Entstehung einer Hypertonie begünstigen können, sind insgesamt also nicht nur für Erwachsene, sondern auch bereits im Kindesalter heutzutage weitaus mehr geworden, als dies noch vor wenigen Jahrzenten der Fall war.

Zu den veränderten Lebensumständen kommt die Erkrankung AHDS als weiterer Risikofaktor für die Entstehung einer Hypertonie im Kindesalter hinzu. AHDS ist eine Aufmerksamkeitsstörung, die inzwischen vermehrt diagnostiziert wird. Die genauen Ursachen von AHDS sind bis heute noch nicht ganz erforscht. Fest steht jedoch, dass AHDS keine Frage der Erziehung ist, sodass vermutlich schon immer viele Kinder davon betroffen waren.

Die bessere Diagnostik führt jedoch dazu, dass die Erkrankung inzwischen weitaus häufiger medikamentös behandelt wird. Dabei ist Ritalin das am häufigsten eingesetzte Medikament. Ritalin führt jedoch langfristig eingesetzt zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Das Risiko später an einer Arteriosklerose zu erkranken wächst daher für Kinder, die mit Ritalin behandelt werden.

Bluthochdruck bei Kindern genauso schädlich wie für Erwachsene

Grundsätzlich schädigt Bluthochdruck die Gefäßwände. Das gilt auch für eine Hypertonie im Kindesalter. Für betroffene Kinder sind daher genau wie bei Erwachsenen mit dramatischen Folgen zu rechnen, wenn der Bluthochdruck unentdeckt und unbehandelt bleibt. Auch bei Kindern kann eine unbehandelte Hypertonie zu Spätfolgen wie Schlaganfall, Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Nierenversagen führen und das noch weitaus früher als bei erwachsenen Patienten mit Bluthochdruck.

Blutdruck bei Kindern kontrollieren und behandeln

Auch ohne typische Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Kindern raten Mediziner dazu, den Blutdruck bei Kindern ab 3 Jahren regelmäßig zu kontrollieren. Insbesondere bei kleinen Kindern erfolgt dazu die Blutdruckmessung mit speziellen Oberarm-Manschetten für Kinder. Wurde bereits eine Hypertonie festgestellt, sind eine Lebensumstellung und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung unumgänglich, um dramatische Spätfolgen zu vermeiden.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt bei Kindern in der Regel mit denselben Medikamenten, die auch bei Erwachsenen zur Behandlung einer Hypertonie eingesetzt werden. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und eine ausgewogenen und salzreduzierte Ernährung führen langfristig zu einer Gewichtsabnahme und damit auch zu einer Normalisierung des Blutdrucks bei Kindern.

Insbesondere Kinder mit erhöhtem BMI und einem vergrößerten Taillenumfang sollten regelmäßig kontrolliert werden, denn beide Faktoren gelten als Risikofaktor für Bluthochdruck bei Kindern.

Blutdruck senken mit gezielter Ernährung

Blutdruck bei Kindern
Blutdruck bei Kindern

Abweichenden Blutdruck bei Kindern sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vielfach wissen die Hälfte aller Eltern nichts von den hohen Blutdruckwerten Ihrer Kinder, weil nicht immer Symptome auftreten, die auf den bedenklichen Zustand aufmerksam machen.

Manche Menschen fühlen sich sogar recht gut. Andererseits ist Hypertonie relativ häufig mit Kopfschmerzen und Schädeldruck verbunden. Hypertonie steht in der Medizin für Hyper = über und Tonus = Druck oder Spannung, hier also der erhöhte Druck in den Blutgefäßen.

Auftretende Schwindelgefühle können ebenfalls ein Zeichen für Bluthochdruck sein. Bei Anstrengung wie Sport und Spiel tritt manchmal Herzstechen oder Atemnot auf, was sich als überaus unangenehm erweisen kann. Hypertonie sollte deshalb so schnell wie möglich behandelt werden. Dazu sind nicht immer Medikamente nötig. Ein Wandel der Lebensweise bringt normalerweise den gleichen Erfolg nach sich. -> weiterlesen Blutdruck senken durch Ernährung

Bluthochdruck bei Kindern senken durch Sport

Sport bereitet nicht nur Erwachsenen Vergnügen und wirkt sich darüber hinaus positiv auf die Gesundheit aus. Auch bei Kindern werden bei anhaltenden Belastungen Glückshormone ausgeschüttet, weshalb Sport auch die Psyche vorteilhaft beeinflusst.

Aktive Kinder neigen weniger zu Diabetes und bereits vorhandene kritische Blutzuckerwerte können sich durch Sport verbessern. Das Bewegungssystem profitiert ebenfalls, denn das Training stärkt Muskeln, Bänder und Sehnen, was den gesamten Knochenbau beim Wachstum unterstützt. Evtl. vorhandene Rückenschmerzen treten in den Hintergrund. -> weiterlesen Blutdruck senken durch Sport

Pulswerte beim Kind

Pulswerte beim Kind richtig beurteilen
Pulswerte beim Kind richtig beurteilen

Wer sich Gedanken um die Pulswerte seines Kindes macht, sollte hier auf alle Fälle auch das Alter des Nachwuchses mit einbeziehen. Schließlich erfährt der kindliche Körper während der verschiedenen Wachstumsphasen enorme Veränderungen. So bringt es ein Neugeborenes Baby auf einen Ruhepuls, der zwischen 120 und 140 Schläge pro Minute liegt.

Sogar Säuglinge liegen in diesem Fall noch bei etwa 130 Pulsschlägen pro Minute. Mit dem weiteren Voranschreiten des Alters nähern sich dann aber auch Kinder den Pulswerten der Erwachsenen an. Kinder besitzen in der Regel einen Ruhepuls zwischen 100 und 110 Schlägen pro Minute, während Jugendliche sich bei etwa 90 bis 100 Pulsschlägen pro Minute bewegen. -> weiterlesen Pulswerte beim Kind


Arterielle Hypertonie Erklärung

Arterielle-Hypertonie
Arterielle-Hypertonie

Arterielle Hypertonie bedeutet, daß der Druck in den Gefäßen zu hoch ist. Die Problematik ist: anfangs sorgt arterielle Hypertonie kaum für Beschwerden. Daher bleibt Bluthochdruck in der Regel über Monate oder Jahre unentdeckt und unbehandelt. Tagtäglich ein erhöhter Druck im Kreislauf – dies stresst im Lauf der Jahre jedoch das Herz und andere lebenswichtige Organe. Somit ist erhöhter Blutdruck neben Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen ein häufiger Auslöser von Herz- Kreislauferkrankungen, besonders Schlaganfall sowie Herzinfarkt.

Eine langwierige arterielle Hypertonie wird eventuell – entsprechend Schweregrad – eine Schädigung des Herzmuskels verursachen. Deshalb wäre auf eine permanente Blutdrucksenkung unbedingt hinzusteuern, um Folgeerkrankungen abzuwenden. Ein permanent zu hoher Blutdruck beschädigt den Herzmuskel & das Gefäßsystem dauerhaft. Die Auswirkung wäre, daß die Belastungen für das Herz immer größer werden. Das Herz müsste noch kräftiger schlagen, damit es die nötige Leistungsfähigkeit erreichen kann. Infolgedessen könnte es zu Herzschwäche, Vorhofflimmern bzw. Herzrhythmusstörungen kommen.

Blutdruck bei Kindern
4.3 (85.56%) 18 vote[s]

Ähnliche Suchanfragen:

Autor: Robert Milan

Der Autor: Robert Milan - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur, klinische Studien und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
Back to top button