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Blutdruck messen ohne Gerät?

Blutdruck messen ohne Gerät

Die Blutdruckmessung mit Gerät kennt jeder – zumindest vom Arztbesuch. Aber auch für zu Hause gibt es Geräte zur Messung am Oberarm oder Handgelenk.

Doch ist die Feststellung des Blutdrucks auch ohne technische Hilfsmittel möglich?

Blutdruck messen nur mit Technik

Ein Blutdruckmessgerät ermittelt den systolischen und den diastolischen Wert (oberer und unterer Wert), sowie den Puls.

Der Pulswert lässt sich durchaus ohne Hilfsmittel testen. Dazu nimmt man die Spitzen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger (niemals den Daumen, denn damit fühlt man nur den Puls im Daumen selbst, aber nicht den normalen Puls im Blutkreislauf).

Die genannten Fingerspitzen erfühlen nun an der Innenseite des Handgelenks (einige Zentimeter unterhalb des Daumens) mit leichtem Druck den Pulsschlag. Ist er noch nicht gleich spüren, kann man ein wenig nachtasten, bis die Schläge fühlbar sind.

Hilfreich ist beim Messen eine Uhr mit Sekundenzeiger, denn gezählt wird genau 15 Sekunden. Die Pulsschläge, die man in dieser Viertelminute gezählt hat, werden mit dem Faktor vier (4 x 15 Sekunden = 60 Sekunden = 1 Minute) malgenommen.

Vor der Messung ist darauf zu achten, dass man ca. 10 – 15 Minuten sitzend oder liegend zur Ruhe kommt, um auch wirklich den Ruhepuls messen zu können. Werte zwischen 50 und 80 Schlägen pro Minute sind bei gesunden Erwachsenen üblich und normal. Niedriger liegen sie bei Leistungssportlern, höher bei Kindern.

Warum die Blutdruckmessung nur mit Unterstützung gelingt

Wie bereits erwähnt, ermittelt die Blutdruckmessung den systolischen bzw. diastolischen Wert. Um zu verstehen, warum man dies nicht einfach mit der Hand messen kann, sei hier kurz erklärt, was diese Werte bedeuten:

Der systolische Wert sagt etwas über die Pumptätigkeit des Herzens aus, und zwar genau in dem Moment, in dem das Herz das Blut in die Arterien pumpt. Es ist der Moment, der die Höchstleistung des Herzens darstellt. Der diastolische Wert ist der Entspannungsmoment – das Herz erschlafft. Der Messwert wird in mmHg angegeben (Hg = chem. Zeichen für Quecksilber) und stellt einfach nur die Millimeter auf der Quecksilbersäule dar.

Bei der Herztätigkeit entsteht ein Druck in den Blutgefäßen, der von der aufgepumpten Messmanschette eines Gerätes (gleichgültig ob am Oberarm oder Handgelenk) auf einen kleinen Computer übertragen und schließlich in Zahlen ausgedrückt wird. Eine aussagekräftige Messung mit der Hand wäre in dieser Form nicht möglich, da der Arteriendruck mit der Hand nicht zu ertasten ist. Lediglich die Herzschläge selbst, d. h. der Puls kann ertastet und entsprechend ausgezählt werden.

Video: Richtig Blutdruck messen ohne Gerät

Die Blutdruckmessung – so gelingt’s

Die Blutdruckkontrolle kann man beim Arzt oder in der Apotheke durchführen lassen. Doch auch für zu Hause gibt es Geräte, die eine regelmäßige Feststellung ermöglichen. Ob man dafür ein Gerät für den Oberarm oder das Handgelenk nutzt, ist unerheblich.

Die Manschette sollte allerdings passen, sonst werden ggf. zu hohe oder zu niedrige Werte wiedergegeben. Für die Messung selbst verbringt man am besten 10 – 15 Minuten sitzend oder liegend in Ruhe. Dann legt man das Gerät an. Dabei sollte man gerade bei der Messung am Handgelenk darauf achten, dass der Arm nur ganz leicht angewinkelt ist und das Handgelenk selbst etwa in Herzhöhe liegt.

Wenn nötig, einfach mit einem Kissen als Unterlage nachhelfen. Nun das Gerät nach Anweisung starten und abwarten. Mit jedem Pulsschlag ist nun in der Regel ein kurzer Kontrollton zu hören und am Ende des Vorgangs ertönt ein etwas längerer Ton. Nun kann man die Werte ablesen.

Dabei sollte man sich allerdings niemals auf eine einzige Messung verlassen. Regelmäßige Kontrollen über einen längeren Zeitraum erst zeigen eine Entwicklung bzw. eine Tendenz. Dabei nutzt man stets dieselben Tageszeiten und vermeidet vorab große körperliche Anstrengungen oder schwere Mahlzeiten, da diese die Werte verfälschen könnten.

Am günstigsten wären die stets gleichen Voraussetzungen. Liegen Block und Stift bereit, kann man die Werte mit den Uhrzeiten notieren und hat gleichzeitig gegebenenfalls schon Zahlen für einen anstehenden Arztbesuch.

Guter Blutdruck

Idealer Blutdruck bzw. optimale Werte liegen im Bereich 120/80 mmHg. Etwas höhere Werte sind jedoch nicht unbedingt krankhaft. Bluthochdruck liegt erst ab 140/90 mmHg vor.

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