Eisenmangel Werte – Welche Laborwerte weisen auf eine Anämie hin?

Vielleicht kennen Sie das: Sie fühlen sich abgespannt, müde, lustlos und sehen dabei auch noch blass aus? Sie könnten unter einem Eisenmangel leiden. Eisenmangel ist tatsächlich die weltweit häufigste Mangelerkrankung. Das Spurenelement Eisen kann im Blut nachgewiesen werden. Daher kann diese Krankheit von einem Arzt schnell und zuverlässig erkannt werden. In Apotheken gibt es sogar Selbst-Tests zu kaufen, mit denen sie den Eisengehalt in ihrem Blut selbst feststellen können.

Warum ist Eisen im Blut so wichtig?

Eisen brauchen wir in unserem Blut für die roten Blutkörperchen bzw. dem Hämoglobin darin. Das Hämoglobin ist deshalb so wichtig, weil wir es für den Sauerstofftransport in unserem Blut brauchen. Daraus resultiert, dass bei einem Eisenmangel im Blut nicht so viel Sauerstoff transportiert werden kann.

Wenn wenig Sauerstoff durch den Körper transportiert wird, läuft der Körper auf Sparmaßnahme. Dadurch ist es erklärlich, dass der Betroffene bei einem Eisenmangel sehr blass und nicht so leistungsfähig ist. Deshalb sollten Sie bei diesen Symptomen auch an eine Eisenmangelerkrankung denken.

Welche Blutwerte sind normal?

Unser Körper hat im Normalfall einen Eisenbestand von ca. 3-5 g vorrätig. Ungefähr zwei Drittel davon werden für das Hämoglobin verwendet. Das andere Drittel wird für weitere Proteine verwendet.


Um das verbrauchte Eisen zu erneuern, benötigen wir täglich zusätzlich 1 bis 2 mg Eisen. Über unsere normale Nahrung nehmen wir täglich Eisen auf. Dieses führen wir unserem Körper über den  Zwölffingerdarm zu. Allerdings wird nur ca. 10-15 % des zugeführten Eisens über den Zwölffingerdarm aufgenommen. Das ist ganz wichtig zu wissen, denn somit sollten Sie täglich 10-20 mg Eisen zu sich nehmen, damit die 1 bis 2 % sicher in Ihrem Körper aufgenommen werden.

Dabei ist 20 mg Eisen pro Tag nicht gerade wenig und so kann es schon sein, dass Sie unter einem Eisenmangel leiden. Weiterhin ist zu beachten, dass sich der Eisenbedarf bei den Menschen durch die verschiedenen Lebensphasen verändert.

Kleinkinder im Alter von vier Monaten bis zu sieben Jahren benötigen beispielsweise 8 mg Eisen. Kinder bis zehn Jahren benötigen 10 mg Eisen. Jugendliche haben einen erhöhten Eisenbedarf, der bei 12-15 mg Eisen liegt. Für Männer gilt, dass sie in jeder Lebensphase ca. 10 mg Eisen benötigen. Bei Frauen hängt der Eisenbedarf sehr stark vom Zyklus ab. Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter benötigen 15 mg. Stillende Frauen nach der Geburt benötigen schon 20 mg. Schwangere Frauen haben den höchsten Eisenbedarf, der bei ca. 30 mg liegt.

Was fördert die Eisenaufnahme?

Eine Zufuhr von Eisen alleine bringt im Normalfall nicht so viel. Am besten gelingt die Eisenaufnahme durch das Vitamin C. Deshalb gibt es bei den Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Eisentabletten diese auch sehr oft mit dem Zusatz Vitamin C zu kaufen.

Allerdings gibt es auch etwas, was die Aufnahme von Eisen im Körper hemmt. Das sind die Phosphate. Das ist ganz wichtig zu wissen, denn bei einem Eisenmangel sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sie Produkte zu sich nehmen, die wenig Phosphate enthalten. Coca-Cola zum Beispiel hat sehr viele Phosphate. Wenn Sie nun wenig Vitamin C zu sich nehmen, aber sehr viel Coca-Cola trinken, dann wird die gesamte Eisenaufnahme von Ihrem Körper sehr gehemmt.

Achten Sie daher darauf, dass Sie sehr viel Vitamin C und Eisen zu sich nehmen und gleichzeitig auf Phosphate verzichten.


Die drei Stadien des Eisenmangels

Ein Eisenmangel schleicht sich langsam im Körper ein. So sind am Anfang auch die Symptome bei Eisenmangel nicht ganz so stark, als wenn der Eisenmangel schon eine lange Zeit besteht.

Das erste Stadium ist ein Speicher-Eisenmangel. Der Eisenmangel ist hierbei sehr leicht und oftmals nur kurz unter dem Normwert. Daher sind auch die Symptome noch nicht so stark. Man fühlt sich sehr müde und ab und zu kann eine Beeinträchtigung des Denkvermögens vorliegen. Bei einer Laboruntersuchung fällt auf, dass das Ferritin abgesunken ist.

Im zweiten Stadium liegt das Hämoglobin zwar noch im Normbereich, aber trotzdem kann ein Eisenmangel vorliegen. Im Knochenmark reicht die Versorgung der Vorstufen zur Bildung roter Blutkörperchen nicht mehr aus. Dadurch können die Körperzellen nicht mehr ausreichend mit Eisen versorgt werden und der Eisenmangel wird somit zu einer Erkrankung. Das Fatale hierbei ist, dass diese Erkrankung nicht so leicht bei einer Laboruntersuchung festgestellt werden kan. Das liegt daran, dass tatsächlich das Hämoglobin noch im Normalbereich liegt.

Erst im Stadium drei liegt der Hämoglobinwert unter des Normwertes. Das Stadium drei wird auch als Eisenmangelanämie bezeichnet. Die Körperzellen werden sehr mangelhaft mit Eisen versorgt und der Mensch empfindet dadurch ein Krankheitsgefühl. Er ist nicht mehr nur müde, sondern auch sehr blass und kann sich nicht mehr richtig konzentrieren.

Was sind die Ursachen für einen Eisenmangel?

Wer seine Ernährung bei einem erhöhten Eisenbedarf nicht umstellt, der leidet schnell an einem Eisenmangel. Dies ist besonders während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit der Fall. In diesem Fall deckt eine normale Ernährung den Eisenbedarf nicht ab.

Ein Grund kann auch darin liegen, dass erhöhte Eisenverluste stattfinden. Dieses ist zum Beispiel bei Frauen der Fall, wenn sie ihre Menstruationsblutung haben. Aber auch andere Betroffene, die an chronischen Blutungen leiden. Wer viel Blut verliert, verliert leider auch viel Eisen. Ein typischer Fall wäre zum Beispiel, wenn Schmerz-Patienten oft Schmerztabletten einnehmen müssen. Vor allem das Ibuprofen ist bekannt dafür, dass es bei Daueranwendung Magenbluten oder Darmbluten verursacht. Mit dem Blutverlust wird auch das gespeicherte Eisen im Blut verloren.

Auch Vegetarier oder Veganer leiden oft an einem Eisenmangel. Das ist darin begründet, dass sie über ihre Ernährung einfach zu wenig Eisen zu sich nehmen. Eine weitere Gruppe von Menschen ist ebenfalls betroffen und das sind die Alkoholiker oder andere Süchtige. Diese Menschen achten oftmals nicht auf eine gesunde Ernährung und somit ist ein Eisenmangel vorprogrammiert.

Menschen, die an einer Magen-Darm-Störung leiden, können ebenfalls von einer Eisenmangelerscheinung betroffen sein. Wie eingangs erwähnt, wird das Eisen über den Zwölffingerdarm resorbiert, also in den Körper aufgenommen. Liegt eine Störung im Magen-Darm Bereich vor, dann kann eventuell das Eisen nicht vom Körper vollständig aufgenommen werden.

Welche Symptome treten bei einem Eisenmangel auf?

  • Blässe der Haut und Schleimhäute
  • eingerissene Mundwinkel
  • Aphten in der Mundschleimhaut
  • Nagelbrüchigkeit und Haarausfall
  • sehr schnelle Ermüdbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Herzrasen

Was tun, wenn ein Eisenmangel festgestellt wurde?

Sie sollten auf jeden Fall die Eisenzufuhr erhöhen. Das können Sie tun, indem sie Tabletten in der Apotheke kaufen. Lassen Sie sich gegebenenfalls in einer Apotheke beraten.

Als erste Maßnahme können Sie natürlich Ihre Ernährung umstellen. Dabei sollten Sie auf eine erhöhte Eisenzufuhr achten. In den folgenden Speisen steckt besonders viel Eisen:

  • Hülsenfrüchte
  • Kürbiskerne
  • Linsen
  • Fleisch
  • Nüsse

Denken Sie daran, dass Vitamin C die Eisenaufnahme erhöht. Daher sollten Sie zu jeder Mahlzeit ein Glas frisch gepressten Orangensaft zu sich nehmen.

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Autor: Robert Milan

Der Autor: Robert Milan - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur, klinische Studien und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
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