Niedriger Blutdruck – Symptome einer arteriellen Hypotonie

Wann ist der Blutdruck zu niedrig und wie merkt man das?

Niedriger Blutdruck alleine ist kein Krankheitsbild. Erst, wenn es zu Beschwerden kommt, die mit der Hypotonie in Zusammenhang stehen, kann ein zu niedriger Blutdruck aber dennoch zum Problem werden. Während ein zu hoher Blutdruck zu ernstzunehmenden Erkrankungen, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann, ist bei einem Blutniederdruck ein solches Risiko nicht vorhanden.

Durchaus kann ein zu niedriger Blutdruck aber auch ein Zeichen für eine Krankheit sein, denn eine Herzmuskelschwäche, sowie eine Schilddrüsenstörung führen nicht selten zu niedrigen Blutdruckwerten. Vor allem junge, schlanke Frauen haben oftmals mit einem zu niedrigen Blutdruck zu kämpfen.


Niedriger Blutdruck Symptome – Ab wann zu niedrig?

Kommt es zu Blutdruckwerten von unter 100 zu 60 mmHg, sprechen Ärzte von einem zu niedrigen Blutdruck. Die Grenze zwischen normalen und zu niedrigen Blutdruckwerten ist allerdings nicht so genau festgelegt, wie es bei Bluthochdruck der Fall ist. So ist ein zu niedriger Blutdruck selbst auch keine Krankheit. Besser gesagt, lediglich in Deutschland wird eine sogenannte Hypotonie, als Erkrankung gesehen, weshalb diese auch gerne, als „German disease“ bezeichnet wird. Dies heißt nichts anderes, als die deutsche Krankheit.

Bekannte Symptome von zu niedrigem Blutdruck

Ein im Verhältnis zu geringes Füllungsvolumen der arteriellen Gefäße ist im Grunde für einen zu niedrigen Blutdruck verantwortlich. Ein starker Blutverlust oder auch ein Flüssigkeitsmangel können hier für die niedrigen Blutdruckwerte verantwortlich sein.

Ebenso kann die Ursache aber auch in einer verminderten Auswurfleistung des Herzens, wie es bei einer Herzschwäche der Fall ist, oder an einem verminderten Rückstrom des Blutes zum Herzen liegen, dass der Blutdruck zu niedrig ist.

Folgende Symptome können bei einem zu niedrigen Blutdruck auftreten:

  • Schwindelgefühle
  • Ohrensausen
  • Atemnot
  • Konzentrationsprobleme
  • Müdigkeitserscheinungen
  • Appetitlosigkeit
  • Ohnmacht
  • Kalte Füße, wie Hände
  • Erhöhter Pulsschlag
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Wetterfühligkeit
  • Depressive Stimmung
  • Augenflimmern

Ursachen für einen zu niedrigen Blutdruck

Auch ein zu niedriger Blutdruck kann verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen ist dieser aber schlichtweg angeboren. Kommt es demnach auf Dauer zu, zu niedrigen Blutdruckwerten, ohne dass sich Ursachen dafür feststellen lassen, sprechen Mediziner in diesem Fall auch von einer primären bzw. essentiellen Hypotonie. In eher seltenen Fällen steckt hinter einem niedrigen Blutdruck hingegen eine andere, ernstere Grundkrankheit, wie beispielsweise, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Mediziner sprechen hier dann von einer symptomatischen bzw. sekundären Hypotonie. Häufig kommt es außerdem vor, dass ein zu niedriger Blutdruck nur vorrübergehend zugegen ist. Diese nennen Ärzte dann orthostatische Hypotonie, welche oft in Stresssituationen oder auch in sehr warmen Räumlichkeiten auftritt.

  1. Primäre Hypotonie

Die meisten Betroffenen leiden unter einem niedrigen Blutdruck, ohne dass es dafür eine Ursache gibt. Bei der sogenannten primären oder essentiellen Hypotonie kommt es demnach auf Dauer zu niedrigen Blutdruckwerten. Auffällig ist hier, dass es meist junge, schlanke Menschen, oftmals Frauen sind, die davon betroffen sind. Experten vermuten, dass hier Umwelteinflüsse, aber ebenso erbliche Faktoren eine bedeutende Rolle spielen. Auch Infekte können für einen niedrigen Blutdruck verantwortlich sein. Sinkt der Blutdruck außerdem sehr zügig ab, kann dies zu einem Kollaps führen.

  1. Sekundäre Hypotonie

Finden sich bestimmte Ursachen für den zu niedrigen Blutdruck sprechen die Mediziner in solchen Fällen von einer sekundären Hypotonie. So können die niedrigen Blutdruckwerte mit einer Grunderkrankung in Zusammenhang stehen. Beispielsweise, kann  eine Schilddrüsenunterfunktion oder aber auch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung für einen zu niedrigen Blutdruck sorgen. Außerdem ist es möglich, dass Medikamente, ein starker Blutverlust oder ein Flüssigkeitsmangel den Blutdruck in den Keller sinken lassen.

  1. Orthostatische Hypotonie

Die Sonderform eines zu niedrigen Blutdrucks nennen Ärzte orthostatische Hypotonie. Hier liegt eine Störung der Regulation des Blutdrucks vor, wenn Betroffene zu lange stehen oder nach längerem Liegen plötzlich wieder aufstehen. Sowohl in stark aufgeheizten Räumen, als auch in Stresssituationen tritt diese Sonderform oftmals auf. In diesem Fall sackt der Blutdruck dann in die untere Hälfte des menschlichen Körpers, so dass das Gehirn nicht mehr genügend Sauerstoff erhält. Durch den plötzlichen Blutdruckabfall kämpfen Betroffene dann meist Sehstörungen, Schwindel, Ohrensausen und sogar einer Ohnmacht.


Hausmittel und Medikamente gegen einen zu niedrigen Blutdruck

In der Regel wird ein zu niedriger Blutdruck nur behandelt, wenn dieser für Beschwerden sorgt. Wer hingegen schon immer mit niedrigen Blutdruckwerten zu kämpfen hat, aber damit keine Probleme hat, muss hier meist auch nichts dagegen unternehmen.

Ein zu niedriger Blutdruck ohne erkennbare Ursache stellt keine Gefahr dar. Wer allerdings durch seinen zu niedrigen Blutdruck öfter einmal mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte versuchen diesen zu erhöhen. Es gibt zwar Medikamente, um dieses in die Wege zu leiten, meist sind diese aber völlig unnötig, denn in diesem Fall können ebenso Hausmittel sehr wirkungsvoll sein.

Folgende Hausmittel helfen bei einem zu niedrigen Blutdruck:

  • Trockenbürstenmassagen zum Herzen hin
  • Regelmäßiger Ausdauersport
  • Gesunder, ausgewogener Speiseplan eher salzreiche Nahrung
  • Überlastung, sowie Übermüdung vermeiden
  • Stützstrümpfe tragen
  • Viel trinken mindestens zwei Liter
  • Wechselduschen
  • Erhöhtes Liegen in der Nacht
  • Entspannungstechniken
  • Stress vermeiden
  • Ausreichend Schlaf

Nur, wenn der zu niedrige Blutdruck samt der Beschwerden, trotz der oben genannten Maßnahmen, weiter bestehen bleibt, kommen dann meist Medikamente zum Einsatz. Bei der medikamentösen Behandlung einer Hypotonie werden in der Regel sogenannte Sympathomimetika oder Mineralkortikoide verschrieben. Welches Arzneimittel zum Einsatz kommt, hängt stets davon ab wodurch der niedrige Blutdruck entsteht.

Was tun bei plötzlichem Blutdruckabfall?

Wenn Betroffene wegen ihres zu niedrigen Blutdrucks bereits einen Ohnmachtsanfall oder einen Kollaps hatten, gilt es besonders vorsichtig zu sein, wenn es zu Lagewechseln kommt. Demnach sollten Betroffene sich nicht zu schnell aus der Liegeposition aufrichten.

Kommt es außerdem zu Anzeichen eines Blutdruckabfalls, wie Schwindel, Sehstörungen, kalte Schweißausbrüche und Ähnliches gilt es sich unverzüglich hinzulegen und die Beine in einem 45 Grad Winkel hochzulegen. Durch das in den Oberkörper zurückfließende Blut wird jetzt das Gehirn besser durchblutet, so dass die Beschwerden nachlassen.

Fazit: Ein zu niedriger Blutdruck, welcher ohne erkennbare Ursache entsteht, ist im Grunde keine Krankheit. In der Regel lässt sich der Blutdruck auch mit einigen Maßnahmen selbst erhöhen, indem, beispielsweise, regelmäßig Ausdauersport getrieben, täglich genügend getrunken und eine salzhaltige Ernährung in Anspruch genommen wird. Meist lässt sich mit den oben genannten Maßnahmen der Blutdruck wieder erhöhen, so dass keine Medikamente zum Einsatz kommen müssen. Häufig kommt es vor, dass sehr schlanke, junge Frauen an einem zu niedrigen Blutdruck leiden. Nur selten steckt hinter den niedrigen Blutdruckwerten eine Grunderkrankung.

Niedriger Blutdruck – Symptome einer arteriellen Hypotonie
5 (100%) 1 vote

Autor: Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur, klinische Studien und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
Close