Tachykardie – Ursachen, Folgen und Therapie

Worum handelt es sich bei einer Tachykardie?

Kommt es zu körperlicher Anstrengung schlägt das Herz mit mehr als hundert Schlägen pro Minute. Dies ist völlig normal. Auch bei kleinen Kindern kommt es außerdem zu einem ähnlichen schnellen Herzschlag. Erwachsene, die hingegen auf Dauer über hundert Herzschläge pro Minute kommen, leiden an Herzrasen.

Mediziner nennen dies auch Tachykardie. Ist der Herzschlag zu zügig, ist das Herz unter Umständen nicht mehr fähig richtig weiter zu pumpen. Dies wiederum führt dazu, dass der menschliche Körper nicht mehr zu Genüge mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird.

Wie kommt es zur Entstehung einer Tachykardie?

Bei einer Tachykardie handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung. Genauer gesagt, um eine Störung im Erregungsleitungssystem des Herzens. Sowohl von den Herzkammern, als auch von den Herzvorhöfen kann eine Tachykardie ausgehen. Je nachdem, wo die Tachykardie entsteht, sprechen Mediziner hier von einer Vorhof- oder Kammer-Tachykardie. Experten bezeichnen dies auch als supraventrikuläre oder ventrikuläre Tachykardie.

  1. Vorhoftachykardie

Aus dem Vorhof lassen schnelle Impulse das Herz regelrecht rasen. Kommt es hingegen zu zügig aufeinander folgenden, untergeordneten, elektrischen Impulsen vom Vorhof zur Herzkammer führt dies zu Vorhofflimmern, wie Vorhofflattern. In eher unregelmäßigen Abständen kommt es diesem Fall zu Erregungen, die auf die Herzkammer weitergeleitet wird. Demnach schlagen Herzkammern, wie Vorhöfe jetzt unabhängig voneinander und in einem unterschiedlichen Tempo. In der Regel gelten diese Vorhoftachykardien nicht als lebensgefährlich, allerdings können diese das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

  1. Kammertachykardie

Hierbei handelt es sich um eine ernstzunehmende Herzrhythmusstörung. Ihren Ursprung findet die Kammertachykardie in den Herzkammern. Demnach kommt es hier zu einem uneffektiven Herzschlag. So kann diese Tachykardie unter Umständen in ein lebensgefährliches Kammerflimmern übergehen. In diesem Fall schlägt das Herz dann nicht mehr richtig. Dieses zuckt lediglich mehr als 320 Mal in einer Minute. Das Blut kann jetzt nicht mehr durch den menschlichen Körper gepumpt werden. Dies wiederum führt zu einem Stillstand des Herz-Kreislaufsystems.

Welche Ursachen finden sich für Tachykardien?

Verantwortlich für eine Tachykardie ist hauptsächlich das Herz selbst. So erzeugen spezialisierte Herzmuskelzellen elektrische Impulse, die dann über das Herz weitergeleitet werden und demnach zu einer Muskelkontraktion, dem Herzschlag, führen. Dabei ist der Sinusknoten, welcher sich im rechten Vorhof befindet, die treibende Kraft bzw. Schrittmacher mit einer Frequenz von 60 bis 80 Erregungen in der Minute.

Kommt es hingegen zu Störungen dieses besonderen Erregungsleitungssystems durch Sinusknotenstörungen, einer verminderten Durchblutung oder zusätzlichen Leitungsbahnen, kann dies Herzrasen erzeugen. Neben einer angeborenen Tachykardie sind außerdem oftmals Erkrankungen schuld am beschleunigten Herzschlag.

Folgende Ursachen können eine Tachykardie auslösen:

  • Kammerflattern bzw. Kammerflimmern

In diesem Fall herrscht Lebensgefahr, denn durch die rasende Kontraktion der Herzkammern wird das Blut nicht mehr in den Kreislauf gepumpt. Folglich kann es zur Bewusstlosigkeit, sowie zu Atem- und Kreislaufstillstand kommen.

  • Vorhofflattern bzw. Vorhofflimmern

Die Muskulatur der Vorhöfe beginnt zu flattern oder zu flimmern, wenn es zu ungeordneten elektrischen Reizungen kommt. Dieser Zustand gilt aber nicht als lebensgefährlich. Meist kommt es hier parallel zu einem unregelmäßigen, wie beschleunigten Puls von über hundert. Hinzu kommt, dass hier jetzt eine erhöhte Thrombosegefahr besteht.

  • Sinustachykardie

In diesem Fall arbeitet der Sinusknoten im rechten Vorhof schneller als gewöhnlich. Es kommt zu mehr als hundert Erregungen pro Minute. Häufig entsteht die Sinustachykardie bei Angst-, wie Panikattacken oder bei Fieber.

  • AV-Knoten-Reentry-Tachykardie

Kreisförmige Erregungen zwischen den Kammern, wie Vorhöfen breiten sich beim Reentry aus. Aus diesem Grund kommt es dann zu einem beschleunigten Herzschlag. Oftmals äußern sich die Beschwerden durch ein plötzlich auftretendes Herzrasen. Meist verschwindet dies wieder von alleine, so dass es sich hier um keine gefährliche Krankheit handelt.

  • Ventrikuläre Tachykardie

Ebenso kann das Herz schneller und ineffizienter schlagen, wenn es zu zusätzlichen Impulsen in den Kammern kommt. Folglich kann es hier im schlimmsten Fall zu einem Kammerflimmern kommen.

  • Herzrhythmusstörungen

Häufig führen ebenfalls verschiedene Rhythmusstörungsformen zu vorrübergehendem Herzrasen.

  • Bluthochdruck

Auch ein zu hoher Blutdruck, aber ebenso ein zu schneller Puls können zu einem verstärkten klopfen des Herzens führen.

  • Wolff-Parkinson-White-Syndrom

Seit der Geburt besteht hier eine zusätzliche Reizleitung zwischen dem Vorhof und der Herzkammer. Starkes Herzklopfen bis hin zur Bewusstlosigkeit kann plötzlich auftreten. Kommt es ansonsten zu keinen weiteren Beschwerden, wird dieses Syndrom nicht therapiert.

Durchblutungsstörungen des Herzens, welche eventuell durch einen Herzinfarkt ausgelöst wurden, können hier das Erregungsleitungssystem beeinträchtigen.

Gibt es noch andere Ursachen für eine Tachykardie?

  • Eine Schilddrüsenüberfunktion kann ebenfalls für einen beschleunigten Herzschlag verantwortlich sein.
  • Ebenso können aber auch die Hormonschwankungen bei Frauen in den Wechseljahren für Herzrasen sorgen.
  • Außerdem ist es möglich, dass eine Blutarmut Herzrasen auslösen kann. Der Organismus versucht in diesem Fall den Mangel an Sauerstoff durch einen gesteigerten Blutauswurf im Körper auszugleichen.
  • Vergiftungen, Drogen, Arzneien, aber auch Stoffe, wie Nikotin oder Koffein steigern oftmals den Puls.
  • Durch starke Verletzungen mit einem hohen Blutverlust kommt es häufig zu einem Schock. Auch hier kann das Herz anfangen zu rasen, wenn der Blutdruck zu niedrig ist.
  • Ebenfalls schuld am Herzrasen kann eine Lungenembolie sein. Löst sich ein Blutgerinnsel und verstopft dann eine Arterie in der Lunge kann der Körper darauf mit Herzrasen

Wann gilt es bei einer Tachykardie einen Mediziner aufzusuchen?

Kommt es häufiger zum Herzrasen, gilt es dies immer von einem Fachmann abklären zu lassen. Schließlich können hinter dem beschleunigten Herzschlag auch ernstzunehmende Herzerkrankungen stecken, die sich nur operativ behandeln lassen.

Treten folgende Begleiterscheinungen auf, gilt es den Arzt unverzüglich aufzusuchen:

  • Starke Schmerzen in der Brust, sowie Angstzustände und Atemnot
  • Die Tachykardie verschwindet nicht selbständig oder durch ein durchgeführtes Manöver
  • Kurzatmigkeit, Atemprobleme, wie Engegefühl in der Brust
  • Bewusstlosigkeit bis hin zum Kreislaufstillstand

Fazit: Auch hinter einer Tachykardie muss nicht immer zwingend eine ernstzunehmende Erkrankung stecken. In manchen Fällen vergeht das plötzlich auftretende Herzrasen sogar meist ganz von alleine. Wer allerdings häufiger mit einem beschleunigten Herzschlag zu kämpfen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. So kann hinter einer Tachykardie ebenso eine Herzkrankheit stecken, die nur mit Hilfe eines operativen Eingriffs behandelt werden kann. Vor allem, wenn neben dem Herzrasen noch weitere gesundheitliche Probleme auftreten, wie Atemnot oder Schmerzen in der Brust, sollte der Arztbesuch nicht lange auf sich warten lassen. Gerade bei einer Tachykardie ist Vorsicht stets besser, als Nachsicht.

Tachykardie – Ursachen, Folgen und Therapie
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Autor: Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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