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Blutdruck: Unterer Wert zu hoch – Was tun?

Ein erhöhter Blutdruck umfasst nicht automatisch den systolischen und diastolischen Wert gleichermaßen. Manchmal ist nur der untere Wert von einer Erhöhung betroffen, während der untere sich weiterhin in normalen Bahnen bewegt. Was sind die Gründe für die einseitige arterielle Hypertonie?

Unterer Wert erhöht – die Ursachen sind oft nicht auszumachen

Ist der diastolische Wert erhöht und der systolische bewegt sich im Normalbereich, ist in jedem Fall ein Arzt der richtige Ansprechpartner. Diese Erhöhung ist meist nur vorübergehend. Nur selten sind die Ursachen für diese Abnormalität auszumachen, doch manchmal ist eine Schilddrüsenunterfunktion verantwortlich. Dann zeigt sich der zielführende Weg in der Feststellung der Schilddrüsenwerte.

Bis zum 60. Lebensjahr eines Menschen steigen beide Blutdruckwerte kontinuierlich an. Weiter im Alter fortschreitend, nimmt der systolische Wert weiter zu, während der diastolische absinkt. Daraus ergibt sich in der Differenz ein größer werdender Pulsdruck. Daher ist eine isolierte diastolische Hypertonie in höherem Alter eher selten zu diagnostizieren. Vielfach betroffen sind Menschen im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt. Dann entwickelt sich auch häufig eine primäre Hypertonie, deren Entstehung bis heute nicht eindeutig entschlüsselt werden konnte. Das Ziel einer möglichen Therapie liegt in jedem Fall darin, die Diastole zu senken.

Die Arbeit des Herzens

Die Blutdruckwerte treffen eine eindeutige Aussage über den Druck, den das Blut beim Durchfluss auf die Blutgefäße ausübt. Während der systolische Wert den höchsten Druck angibt, dem die Gefäße beim Pumpen standhalten müssen, zeigt sich die Grundlage des diastolischen Wertes im niedrigsten Gefäßdruck. Die Arbeit des Herzens basiert auf stoßartigen Pumpbewegungen, die das Blut in die Gefäße treiben (systolisch) und dem Zurückziehen (diastolischer Blutdruck), währenddessen sich die linke Herzkammer erneut mit Blut füllt. Während des Zurückziehens sinkt der Druck und ist Grundlage für den unteren Wert.

Der diastolische Blutdruck beschreibt den niedrigsten Wert, dem die Gefäße ausgesetzt sind

Jede Pumpbewegung beschreibt den höchsten Druck, doch beim Zurückziehen des Herzens nimmt er langsam ab. Der verbleibende stellt eine Basis dar, dem die Gefäße stets ausgesetzt sind. Die Normalwerte liegen bei 80 mmHG, hoch-normal sind aber auch noch 89 mmHg. Erst danach beginnt der diastolische Bluthochdruck.

Diastolischer Bluthochdruck

Liegen die Werte zeitweilig oder permanent über 89 mmHG, ist vom diastolischen Bluthochdruck die Rede. Die möglichen Folgen zeigen sich in der Schädigung des peripheren Gefäßsystems und der Nierenfunktion sowie Schlaganfall. Aus diesem Grund muss ein diastolischer Bluthochdruck stets behandelt werden.

Da sich der diastolische Blutdruck Auswirkungen auf das koronare Gefäßsystem hat, kann ein dauerhafter Hochdruck eine Arteriosklerose auslösen. Diese Arterienverhärtung behindert innerhalb der Koronararterien den Blutdurchfluss. Die möglichen Folgen liegen in Angina pectoris und Herzinfarkt.

Ist der untere Wert dauerhaft erhöht, ist von einer isolierten diastolischen Hypertonie auszugehen. Diese kann ein Hinweis auf die Ausbildung eines sich allgemein erhöhten Blutdruck sein, aber auch auf eine sekundäre Hypertonie, für die verschiedene Ursachen verantwortlich sein können:

  • chronische Schmerzsymptomatik
  • hormonbedingt (endokrin)
  • Gefäßerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • psychiatrische Störungen
  • Tumoren
  • Schilddrüsenerkrankungen

In diesen Fällen nimmt die isolierte diastolische Hypertonie die Rolle eines Symptoms ein.

Symptomatik

Eine zu hohe Diastole bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Zeigen sich jedoch Symptome wie

  • Kopfschmerzen am frühen Morgen,
  • Schlafstörungen,
  • Schwindel,
  • Ohrensausen,
  • Nervosität,
  • Herzklopfen,
  • Atemnot (in Belastungssituationen)
  • sowie Nasenbluten,

ist davon auszugehen, dass dieser isolierte Bluthochdruck bereits seit Längerem besteht.

Der Behandlungsansatz bei isolierter diastolischer Hypertonie

Besteht der Verdacht auf eine permanente diastolische Hypertonie, führt der erste Weg in die Arztpraxis. Nach einer ersten Blutdruckmessung wird voraussichtlich eine 24-Stunden-Blutdruckmessung angestoßen, die Sicherheit verschafft. Erst dann kann die Behandlung in Gestalt von blutdrucksenkenden Medikamenten starten. Diese sind:

Zusätzlich kann ein niedrig dosiertes Thiaziddiuretikum (harntreibendes Medikament zur Entlastung des Herzens und der Nieren). Doch Vorsicht: Möglicherweise dauert es bis zu sechs Wochen, bis dauerhaft wieder Normalwerte erreicht sind.

Die Mitarbeit des Patienten ist dringend erforderlich

Im Großen und Ganzen ist Bluthochdruck gut behandelbar. Das erfordert allerdings die verlässliche Mitarbeit des Patienten. Nur allzu gern werden Medikamentengaben ausgesetzt oder nur unregelmäßig eingenommen. Weitere Arbeit kommt auf den Patienten zu: die Gewichtsabnahme. Übergewicht ist vielfach mitverantwortlich für Bluthochdruck. Neben diesen beiden Möglichkeiten ist die körperliche Betätigung ein weiteres Werkzeug zur Senkung des Drucks. Zudem ist sie für die Gewichtsreduktion förderlich.

Gerade beim Sport sinkt der diastolische Blutdruckwert, weil die Gefäße sich in der aktiven Muskulatur erweitern. Somit senkt sich der periphere Widerstand. Das Ende der Maßnahmen ist für den Patienten jedoch noch nicht erreicht. Rauchen, Alkohol und Stress sind bereits normal geworden in unserer industriellen Welt. Alle drei sind aber natürliche Feinde des Blutdrucks und daher stark zu reduzieren oder ganz zu unterlassen.

Deshalb darf Bluthochdruck nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Unbehandelter Bluthochdruck – vor allem unerwartet – kann auf einer hypertensiven Krise basieren. Dieser muss dringend behandelt werden, da sich daraus im schlimmsten Fall ein hypertensiver Notfall entwickeln kann, der Organschädigungen zur Folge hat. Daher muss jedwede Erhöhung des Blutdrucks medizinisch untersucht werden, auch wenn lediglich der untere Wert stark erhöht ist.

Die Prognose bei einer zu hohen Diastole

Rechtzeitig entdeckt und behandelt, ergibt sich eine recht gute Prognose bei einem dauerhaft erhöhten diastolischen Wert. Zu Beginn sind vermehrte Kontrollen nötig, die aber auch zu Hause durchgeführt werden können. Bewegung, gesundes Essen und eine insgesamt ausgewogene Lebensweise verbessern die Prognose und senken das Risiko für Folgeerkrankungen erheblich.

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