Idealer Blutdruck – Normalwerte die Sie kennen sollten

Was ist überhaupt ein idealer Blutdruck? Kurz und bündig: den idealen Blutdruck gibt es nicht. Ideal wäre natürlich der optimale Blutdruck. Doch kann man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren und ihre Gesundheit auf einen bestimmten Blutdruckwert reduzieren.

Die untenstehende Tabelle zeigt an, welche Werte einen guten Bereich darstellen. Wer darüber liegt, leidet bereits an Hypertonie (Bluthochdruck), die abgeklärt werden muss.

Erwachsene Systolisch (mmHg) Diastolisch (mmHg)
Optimaler Blutdruck < 120 < 80
Normaler Blutdruck 120 – 129 80 – 84
Hoch-normaler Blutdruck 130 – 139 85 – 89

Blutdruckwerte – kurz erklärt

Der systolische Wert macht eine Aussage über die Kraft, die das Herz während der Pumpbewegung aufbringen muss und der diastolische Wert über den geringeren Druck während der kurzen Erschlaffungsphase. mmHg ist der Wert, mit dem alle Körperflüssigkeiten gemessen werden, auch das Blut. Hg ist die chemische Bezeichnung für Quecksilber. Somit bedeutet mmHg einfach nur Millimeter auf der Quecksilbersäule.

Die oberen beiden Werte sind eher die Werte eines jungen bis mittelalten Erwachsenen bzw. Patienten, die unteren zwei die von Senioren. Das zeigt, dass sich der Blutdruck mit den Jahren verändern kann und dennoch in Ordnung ist. Der Blutdruck von Kindern und Jugendlichen spielt sich auf einer ganz anderen Ebene ab und liegt erheblich niedriger. Da auf diese Patientengruppe bezüglich des Blutdruckes eher selten eingegangen wird, sei auch hier in einer Tabelle dargestellt, in welchem Bereich sich die Werte in verschiedenen Lebensaltern bewegen sollten.

Kinder und Jugendliche Systolisch (mmHg) Diastolisch (mmHg)
Neugeborene 70 – 80
Babys bis 3 Monate 70 – 85
Kleinkinder bis 1 Jahr 85 – 95 60
Kinder bis 9 Jahre 95 – 100 60 – 70
Jugendliche bis 14 Jahre 101 – 110 68 – 74

Hypertonie (Bluthochdruck)

Auch bei Kindern und Jugendlichen kann Bluthochdruck vorliegen, in der Regel dann, wenn starkes Übergewicht vorliegt. Das Herz muss viel mehr leisten, als es eigentlich kann. Hypertonie ist keine reine Erwachsenenerkrankung.

Ab einem Wert von 140/90 bei Erwachsenen spricht man bereits von Bluthochdruck. Natürlich kann es familiäre Ursachen dafür geben. In der Regel ist jedoch eine falsche Lebensweise für die Mehrarbeit des Herzens verantwortlich. Bewegungsmangel (oft auf Grund von Zeitmangel) und damit verbundenes Übergewicht, Stress, falsche Ernährung sowie Alkohol und Nikotin schnüren das Gesamtpaket. Fertig ist der Bluthochdruck, wenn diese Lebensweise lange genug andauert. Kurze Stressphasen oder falsche Ernährung kann das Herz kompensieren, doch auf die Dauer ist der Schaden nicht abzuwenden.

Warum eine Hypertonie so gefährlich ist

Da Bluthochdruck meist auf die falsche Lebensweise zurückzuführen ist, lassen Krankheiten nicht lange auf sich warten. Unser Körper ist auf Bewegung und gesunde Ernährung sowie einen gemäßigten Alltag ausgelegt und reagiert empfindlich, wenn er dauerhaft auf Hochtouren laufen muss. Die Folgeschäden: Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall. Auch Schlafstörungen sind oft Zeichen für eine Hypertonie, ebenso Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel und Sehstörungen.

Wie erreicht man den idealen Blutdruck?

Liegt der Blutdruck im eigenen Idealbereich (irgendwo zwischen 120 – 139/80 – 89), macht man offensichtlich alles richtig. Schnell ist man bereit, Tabletten zu schlucken, Pülverchen aufzulösen und die verrücktesten Sachen, die Gesundheit versprechen, auszuprobieren. Eine Diät nach der anderen soll für das gesunde Gleichgewicht sorgen, doch nichts davon funktioniert.

Die ACE-Hemmer, die der Arzt verschreibt, bringen den Blutdruck zunächst in den Normalbereich, doch sollte dies kein Dauerzustand bleiben. Der Leser ahnt sicher schon, in welche Richtung es nun geht. Ja, geben wir unserem Körper das, wofür er gemacht ist: Bewegung, Ruhe und Schlaf, gesundes Essen. Genau dann schaffen wir die ideale Situation als Grundlage für einen idealen Blutdruck.

Das hört sich einfach an und ist es auch, wenn man es geschafft hat und zurückblickt. Zunächst einmal sollte man sich einen Blutdruckmesser zulegen. Ob für den Oberarm oder das Handgelenk bleibt den eigenen Vorlieben überlassen. Doch sollte er das Siegel der Deutschen Hochdruckliga haben, was Garant für die Messgenauigkeit ist. Block und Stift liegen parat, sodass die Messungen beginnen können.

Messen sollte man dreimal täglich immer zur gleichen Uhrzeit und nach ca. 10 Minuten ruhigem Sitzen oder Liegen und niemals nach einem voluminösen Essen. Erst dann gibt es aussagefähige Werte. Das Aufschreiben hilft nach einiger Zeit beim Vergleichen und dient gleichzeitig als Motivation. Ab sofort sollte keine Treppe mehr tabu sein, der Aufzug jedoch schon. Danach folgt das unerbittliche Aussortieren ungesunder Lebensmittel (auch die Süßigkeiten).

Das Erreichen von Blutdruck-Normalwerten kann man zu seinem Projekt machen – das motiviert. An sportlicher Betätigung reicht am Anfang der tägliche Spaziergang – so schnell und so weit, wie man es eben gerade schaffen kann. Wer hartnäckig durchhält wird schnell belohnt. Gewicht und Blutdruckwerte verändern sich. Nun sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Jede Art von Bewegung ist gut und essen kann man, wenn man will, den ganzen Tag – jedoch die richtigen Sachen.

Gemüseknabbern ist immer erlaubt. Da der eigene ideale Blutdruck nun ein Projekt ist, kann man im Internet auch über die richtige Ernährung recherchieren. Diäten sind oft nutzlos und der JoJo-Effekt macht alles wieder zunichte. Ernährungsumstellung lautet das Zauberwort. Diese neue, ungewohnte Ernährung wird dann auch beibehalten.

Zum Schluss

Es ist gar nicht so schwierig, den eigenen idealen Blutdruck zu erreichen. Wer dieses Projekt nun nicht mehr allein seinem Arzt überlässt, kann ihn nun sogar noch überraschen mit der geänderten Lebensweise. Kleine Versagen sind nicht schlimm, solange man immer wieder aufsteht und weitermacht. Die ideale Lebensweise macht eben den idealen Blutdruck.

Idealer Blutdruck – Normalwerte die Sie kennen sollten
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Autor: Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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