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Rezeptpflichtige Schlafmittel – letzte Möglichkeit bei Schlaflosigkeit?

Rezeptpflichtige Schlafmittel als letztes Mittel? Wer unter Schlafstörungen leidet, greift unter anderem auch zu rezeptpflichtigen Schlaftabletten, jedoch sollte grundsätzlich solch eine Einnahme nur unter ärztlicher Aufsicht und zum anderen nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden. Zudem sollten einige Grundregeln beachtet werden, um eine effektive Hilfe bei Schlafproblemen zu erzielen.

Die Wirkung der Schlaftabletten im Überblick

So einige Menschen in Deutschland leiden an Schlafstörungen. Entweder können sie erst nach mehreren Stunden einschlafen, nicht mehr durchschlafen oder man wach gar zu früh auf und kann nicht mehr einschlafen. Das sind nur einige der Schlafstörungen, die auftreten können. Sobald die Schlafstörungen an Stärke gewinnen, können die besten pflanzlichen Schlafmitteln versagen, sodass man zu chemischen Schlafmittel greifen muss.

Besonders im Gehirn wirken die rezeptpflichtigen Schlafmittel. Es hängt zwar von der Substanz ab, jedoch fördern sie beinahe alle die Schlafbereitschaft, haben dabei eine schnelle Wirkung und erleichtern das Einschlafen. Jedoch wirken diese nur für einige Stunden. Sie können aber auch länger wirken und ermöglichen so den Betroffenen mit Schlafproblemen das Durchschlafen.

Es ist wohl selbsterklärend, dass die verschreibungspflichtigen Schlafmittel als Ziel den erholsamen und gesunden Schlaf haben. Einige dieser Tabletten haben die Fähigkeit, die Angst vor dem Einschlafen zu nehmen. Diese Angst kann nämlich so manche Personen mit Schlafstörungen zunehmend belasten und in einen Teufelskreis ohne Ausbruchmöglichkeiten führen.

Nun folgt eine Auflistung von Wirkstoff-Gruppen, die am häufigsten verschrieben werden:

Benzodiazepine als Tabletten für die Förderung des Schlafes

Benzodiazepine sind tatsächlich Psychopharmaka, die eine Wirkung für die Förderung des Schlafes haben. Dabei entspannen sie die Muskeln und nehmen gleichzeitig die Ängste. Die Bereitschaft erhöht sich schon mit der ersten Tablette. Bei Schlafstörungen bzw. gegen die Schlafstörungen werden Benzodiazepine mit folgenden Wirkstoffen verschrieben:

  • Nitrazepam,
  • Triazolam,
  • Flurazepam und
  • Temazepam

Tetrazepam als Wirkstoff gehört ebenfalls zu den Benzodiazepinen, jedoch darf dieser seit den 2013er Jahren aufgrund seiner starken Nebenwirkungen nicht mehr verschrieben werden. Außerdem haben Benzodiazepine ein recht hohes Suchtpotenzial.

Benzodiazepin-ähnlich wirkende Schlafmittel

Hierbei handelt es sich um eine relativ neue Substanzgruppe, die eine ähnliche Wirkung wie Benzodiazepine haben, allerdings im Vergleich zu diesen ein eher geringeres Abhängigkeitsrisiko aufweisen. Daher haben sie auch den Namen Nicht-Benzodiazepin-Agonisten. Sie enthalten Wirkstoffe wie:

  • Zaleplon
  • Zolpidem und
  • Zopiclon

Die Wirkung dieser Schlafmittel ist besonders schlafanstoßend, jedoch wirken sie weniger gegen Ängste und Krämpfe im Gegensatz zu benzodiazepinen. Als Kurzzeitbehandlung gelten die Nicht-Benzodiazepin-Agonisten als ideal und sehr geeignet gegen Schlafstörungen.

Neuroleptika als Schlafmittel

Neuroleptika als Schlafmittel sind in der Regel hochwirksame Medikamente gegen die Epilepsie, die gleichzeitig auch müde machen. Nur als Ausnahme werden die Neuroleptika gegen Schlafprobleme verschrieben, denn sie lösen starke Nebenwirkungen aus, wie etwa Bewegungsstörungen. Ihr Vorteil ist jedoch, dass sie im Gegensatz zu Benzodiazepinen nicht abhängig machen.

Antidepressiva gegen die Schlafstörungen

Einige Mittel gegen die Depressionen machen einen fröhlich, andere wiederum dämpfen die Ängste und fördern die Entspannung sowie den Schlaf. Letztere werden dann tatsächlich gegen Schlafstörungen als Schlaftabletten verschrieben. Hier sind die geeigneten Wirkstoffe:

  • Doxepin,
  • Mirtazapin,
  • Amitriptylin und
  • Trimipramin

Da Antidepressiva so gut wie keine Suchtgefahr aufweisen, werden sie auch gern für langfristige Behandlungen gegen Schlafstörungen eingesetzt.

Antihistaminika als Schlafmittel

Die ersten Versuche mit diesem Medikament gegen die Symptome der Allergie hatten die Nebenwirkung, dass sie müde machten. Daher kann der Arzt auch zu diesem Wirkstoff gegen Schlafstörungen raten. Auch sie haben den Vorteil, dass sie nicht abhängig machen. Verwendete Wirkstoffe gegen Schlafprobleme sind hier folgende:

  • Doxylamin,
  • Promethazin,
  • Diphenhydramin und
  • Meclozin

Barbiturate als Schlafmittel

Weil diese Mittel eine hohe Gefahr der Sucht aufweisen, werden die klassischen Schlaf- und Beruhigungsmittel nicht mehr verschrieben. Von der Barbitursäure stammt der Name. Lediglich bei der Epilepsie werden die Barbiturate kurzfristig eingesetzt.

Nebenwirkungen der Schlafmittel

Wie einige der hier vorgestellten Schlaftabletten haben diese Nebenwirkungen. Dabei können unerwünschte Effekte wie folgt auftreten:

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Mundtrockenheit

Folgendes müssen Betroffene, die Schlafmittel gegen Schlafstörungen einnehmen, bedenken und beachten: Die Schlafmedikamente können bzw. sie senken die körperliche sowie mentale Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig lässt die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr wie auch im Beruf nach, daher ist es sinnvoll, bei Einnahme solcher Tabletten auch auf das Autofahren zu verzichten.

Sucht und Schlafmittel

Die gefährlichste Nebenwirkung der Schlafmittel, logischerweise, ist die Abhängigkeit. Dabei steht die Schlaftablettensucht unter den medikamentenbezogenen Abhängigkeiten weit vorne. Vor allem die Benzodiazepine sind in diesem Zusammenhang zu erwähnen und gefährlich. Daher gilt, dass diese Psychopharmaka nicht länger als ein bis vier Wochen eingenommen werden sollten. Davon abgesehen, sollte man sich strikt an die ärztliche Anweisung der Einnahmedosis halten.

Nicht nur dass die Benzodiazepine einen abhängig machen können, sie verlieren sogar über einen längeren Zeitraum ihre Wirksamkeit. Wenn der Patient auf den Gedanken kommt, gegen die Anweisung des Arztes die Dosierung des Medikamentes zu erhöhen, so ist die Abhängigkeit in jeden Fall garantiert. In solchen Fällen sollte man dies mit dem eigenen Arzt besprechen und einen entsprechenden und langsamen Entzug durchführen. Damit es jedoch nicht soweit kommt, sollte man stets eine Rücksprache mit dem behandelten Arzt halten.

Beim Absetzen der Schlafmittel droht Rebound

Wer über einen längeren Zeitraum rezeptpflichtige Schlafmittel eingenommen hat, sollte diese Mittel nur und nur unter ärztlicher Aufsicht allmählich absetzen, um einfach Gefahren und unangenehme Symptome zu verhindern.

Hier sollte einfach beachtet werden, dass bei einer abrupten Absetzung der Schlaftabletten zu einer sogenannten Absetzschlaflosigkeit kommen kann – zumindest ist die Gefahr hier größer. Im Großen und Ganzen bedeutet das für den Betroffenen, dass die zuvor bekämpfende Schlaflosigkeit sofort wieder nach dem Absetzen der Tabletten auftritt, und das sogar verstärkt. Der medizinische Begriff hierfür ist Rebound-Effekt.

Um das Schlafmittel problemlos abzusetzen, braucht der Betroffene etwa ein Zehntel der Einnahmezeit. Daher gilt die grobe Faustregel: nach mehrwöchiger Einnahme der Schlafmittel ein langsames Absetzen über Tage durchführen, nach monatelanger Einnahme über Wochen absetzen und nach jahrelanger Einnahme über Monate.

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