Eisenmangelanämie Werte verstehen

Was ist eine Eisenmangelanämie?

Bei der Eisenmangelanämie handelt es sich um eine spezielle Form der Blutarmut. So zählt dieses Krankheitsbild zu der häufigsten Mangelkrankheit überhaupt. Herrscht ein Mangel an Eisen im menschlichen Körper führt dies dazu, dass keine ausreichenden funktionsfähigen Erythrozyten gebildet werden können. Kommt es demnach zu einem Mangel an roten Blutkörperchen führt dies wiederum zu weniger Sauerstoff im Blut. Ein Sauerstoffdefizit hingegen sorgt dann ebenfalls für viele Symptome.

Worum handelt es sich beim Eisenmangel genau?

Ein Eisenmangel ist nichts anderes als eine Unterversorgung des menschlichen Körpers mit dem Spurenelement Eisen. Für zahlreiche Körperfunktionen ist Eisen ein bedeutender, essentieller Stoff. Vor allem für die Blutbildung wird dieses Spurenelement dringend benötigt. Viele Menschen leiden heute an Eisenmangel. Weltweit gesehen, schätzen Experten, dass ein Viertel aller Menschen mit diesem Mangel zu kämpfen haben.

Im Wesentlichen findet sich Eisen im menschlichen Organismus in zwei verschiedenen Formen. Zum einen findet sich Eisen demnach in den Erythrozyten und zum anderen ist dieses Spurenelement als Speichereisen im Körper zugegen. Letzteres ist vor allem für die Blutbildung wichtig, denn ohne genügend Speichereisen kommt es nur zu einer verminderten Hämoglobin-Herstellung. Dies wiederum führt dann zu einer Eisenmangelanämie.

Was genau ist eine Anämie?

Wie bereits kurz erwähnt ist eine Anämie eine Blutarmut. Das heißt, im Blut sind nur noch wenige Erythrozyten, also rote Blutkörperchen, zu finden. Eine Anämie kann aber ebenso hervorgerufen werden, wenn der Hämoglobingehalt oder/und das Erythrozyten-Volumen zu gering ist.

Welche Symptome zeigt eine Eisenmangelanämie?

Folgende Beschwerden lassen vermuten, dass hinter diesen Symptomen eine Anämie steckt:

  1. Schwindel, Hautblässe, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, Herzrasen, Schwächegefühle
  2. Veränderungen an Nägel, Haut, wie Haaren: Frühzeitiges, ergrauen der Haare, Sprödigkeit, sowie Haarausfall weisen auf einen Eisenmangel hin.
  3. Wunde Stellen in der Mundhöhle, wie an den Mundwinkeln
  4. Unruhige Beine, besonders des Nachts

Welche Ursachen können hinter einer Eisenmangelanämie stecken?

Es gibt viele mögliche Eisenmangelanämie Ursachen. Entzündungen, sowie Tumore gehören in diesem Fall zu den zweithäufigsten Ursachen.

Folgende Ursachen können eine Eisenmangelanämie auslösen:

  1. Eisenmangel durch chronische Blutungen:
  • Blutungen aus Niere, wie Blase
  • Hämorrhoiden
  • Medikamentennebenwirkungen
  • Magenbluten
  • Wurmerkrankungen
  • Chronische Darmerkrankungen
  1. Erhöhter Eisenbedarf bei:
  • Hochleistungssport
  • Wachstum
  • Kleinkinder
  • Schwangerschaft
  1. Nicht ausreichende Eisenaufnahme bei:
  • Darmerkrankungen
  • Verminderte Magensäure

Wie lässt sich eine Eisenmangelanämie diagnostizieren?

Um herauszufinden, ob ein Patient an einer Eisenmangelanämie leidet, gilt es gleich drei Blutwerte zu messen. Demnach ist hier sowohl der Hämoglobin-Wert, als auch der Ferritin-, wie Transferrin-Wert von großer Bedeutung.

Welche Werte gelten in diesem Fall als normal?

  • Hämoglobin-Normalwert:
  1. bei Frauen: 12 bis 16 g/dl
  2. bei Männern: 13 bis 17 g/dl
  • Normale Transferrin-Sättigung:
  1. Bei Frauen, wie Männer: 20 bis 45%
  • Ferritin-Normalwert:
  1. Bei Frauen: 20 bis 100 ng/ml
  2. Bei Männern: 30 bis 300 ng/ml

Wie entstehen Erythrozyten und wie bzw. warum sterben diese wieder?

Die Erythrozyten bzw. roten Blutkörperchen sind auf ihrem Weg durch den Blutkreislauf erheblichen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Dies gilt vor allem dann, wenn diese sich durch die engen Blutgefäße schlängeln müssen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass die Erythrozyten nur eine gewisse Zeit leben. Nach maximal vier Monaten sterben demnach die roten Blutkörperchen. Zum größten Teil zerfallen diese dann in der Blutbahn, was hauptsächlich in der Milz, wie in der Lunge geschieht. Besondere Zellen nehmen dann die Reste in sich auf.

Die Neubildung der Erythrozyten hingegen erfolgt im Knochenmark. Damit es zu einer Neubildung kommen kann, benötigt dieses aber gleich mehrere Substanzen. Aminosäuren, Hormone, Vitamine, Eisen, sowie andere Spurenelemente dienen in diesem Fall als Baustoff. Während die meisten hier genannten Bausubstanzen meist zu Genüge zur Verfügung stehen, kann das Spurenelement Eisen aber schnell zu einem Problem werden. In der Regel merken Menschen nicht, wenn sie ihrem Körper zu wenig Eisen zuführen.

Beim Zucker, beispielsweise, ist dies anders, denn das Gehirn merkt recht schnell, wenn es zu einer Unterzuckerung kommt und regt dann den Appetit auf Süßes an. Einen Appetit auf Eisen dagegen gibt es leider nicht. Um zu verhindern, dass der Mensch bei einer eisenarmen Ernährungsweise zu zügig in einen Eisenmangel hineinschlittert und dann kein Blut mehr bilden kann, verfügt der menschliche Körper in Milz und Leber über einen Eisenspeicher.

Die Neubildung im Knochenmark hingegen ist genau dem jeweiligen Verlust angepasst, so dass die Erythrozyten-Anzahl meist recht konstant auf fünf Millionen pro Kubikmillimeter eingestellt ist. Kommt es zu einem Sauerstoffmangel oder zu überaus körperlichen Anstrengungen verkürzt sich außerdem die Lebenszeit der roten Blutkörperchen und es entstehen vermehrt Abfallprodukte. Gleichzeitig ist dies ein kräftiger Anreiz für eine Neubildung der Erythrozyten.

Wie sieht die Funktionsweise des Eisenstoffwechsels aus?

Pro Tag werden circa 10 bis 30 mg Eisen über die Nahrung aufgenommen. Lediglich fünf bis zehn Prozent dieser Menge landen aber letztendlich im Organismus. Das Eisen gelangt über die Darmzellen in den Blutkreislauf und wird dort unverzüglich an ein Transportprotein gebunden. Dieses Eiweiß nennt man Transferrin, welches das Eisen dann zu den Stellen transportiert, wo es gerade gebraucht wird bzw. zu den Speicherplätzen. Das hier eingelagerte Eisen wird dagegen als Ferritin bezeichnet.

Der Körpereisen-Hauptanteil wird außerdem recycelt. So wird ein rotes Blutkörperchen nach einer Lebensdauer von circa 120 Tagen von sogenannten Fresszellen wieder abgebaut. Nachdem das Spurenelement aus dem Hämoglobin wieder freigesetzt wurde, wird dieses dann wieder ins Blutplasma abgegeben und erneut an das Transferrin gebunden. Dieses sorgt wiederum erneut für einen Transport zum Knochenmark. Pro Tag recycelt ein erwachsener Mann auf diese Weise circa 30 mg Eisen.

In Form von Ferritin, wie Hämosiderin wird überflüssiges Eisen hingegen gespeichert. Für den Bau von eisenhaltigen Enzymen, sowie vom Myoglobin im Muskelgewebe werden außerdem kleinere Eisenmengen verwendet. Lediglich minimale Mengen gehen dagegen passiv durch Abschilferung der Haut, wie kleineren Blutungen verloren.

Wie wird eine Eisenmangelanämie behandelt?

Wie sieht eine Eisenmangelanämie Therapie aus? In erster Linie gilt es auch bei einer Eisenmangelanämie die Ursachen beseitigen. Im zweiten Schritt gilt es stets die Neubildung von Erythrozyten zu unterstützen. Eine preiswerte Therapie aus früheren Zeiten kann in diesem Fall ein Apfel und ein Nagel sein. Man sticht am Abend einen rostigen Nagel in einen Apfel  und isst diesen dann am Morgen, nachdem man den Nagel entfernt hat. Alternativ können hier natürlich diverse Eisenpräparate aus der Apotheke ebenso bei der Behandlung des Eisenmangels behilflich sein.

Fazit: Herrscht im menschlichen Körper ein Mangel an Eisen kann dies nach einer gewissen Zeit zu einer Eisenmangelanämie führen. Dieses Spurenelement ist bedeutend, wenn es um die Neubildung von roten Blutkörperchen geht. Kommt Eisen nur noch geringfügig im Organismus vor, werden demnach auch weniger Erythrozyten gebildet. Dies wiederum führt dazu, dass es zu einer mangelhaften Sauerstoffversorgung im Körper kommt. Somit ist es wichtig, dass eine Eisenmangelanämie schnell erkannt und zügig behandelt wird.

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Autor: Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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