Herzrasen – Ursachen und Behandlung von Herzklopfen bzw. Herzstolpern

Was kann Herzrasen (Tachykardie) bedeuten? Symptome einer Herzerkrankung?

Herzrasen – Anzeichen für eine ernsthafte Krankheit?

Was ist eigentlich Herzrasen? Sicherlich stellen sich diese Frage zahlreiche Menschen, welche Herzschmerzen verspüren. Der Herzschlag wird immer schneller, schon fast unangenehm und das Herzklopfen nimmt man sogar im Hals wahr. Sicherlich haben Sie schon einmal Angst verspürt, vielleicht vor einer Prüfung oder sind aufgeregt und die Vorfreude macht Sie ganz nervös. Auch in einem solchen Fall kann es zu Herzrasen kommen. Herzrasen ist oftmals harmlos und Sie müssen sich keine Gedanken um Ihre Gesundheit machen.


Leiden Sie dauerhaft unter Herzrasen und Sie haben stetig einen Herzschlag über 100 in der Minute, so sollten Sie zur Kontrolle einen Arzt aufsuchen. Sollte Ihr Herzrasen die Folge einer ernsthaften Krankheit sein, kann dieses sogar zum Tode führen. Ein normaler Pulsschlag liegt so bei etwa 80 Herzschlägen pro Minute. Ist man nervös oder angespannt, kann der Puls auch gerne mal über die Normalwerte steigen.

Dies sollte jedoch nicht dauerhaft der Fall sein. Merken Sie Ihren Pulsschlag bis in den Hals hinein, sollten Sie hellhörig werden. Haben Erwachsene einen dauerhaften Puls um die 120 kann dies für die Gesundheit bedrohlich werden. Ein Herzschlag ab 150 Schlägen muss sofort ärztlich behandelt werden. Hier liegt wahrscheinlich eine ausgeprägte Tachykardie vor.

Tachykardie, eine Herzschwäche

Schlägt Ihr Herz gerade in der Nacht ohne ersichtlichen Grund besonders schnell, kann man davon ausgehen, dass Sie unter einer Herzschwäche leiden. Ärzte sprechen hier von einer Herzrhythmusstörung. Diese Störung tritt jedoch erst bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche auf. Herzrasen ist in zahlreichen Fällen eine echte Belastung für alle Betroffenen. Oftmals sind Begleiterscheinungen beim Herzrasen vertreten.

  • Schwindel
  • spürbares Herzklopfen
  • Schweißausbrüche
  • Herzstechen
  • Übelkeit
  • Kurzatmigkeit

Wer einen Arzt aufsucht wegen seines Herzrasens, der wird an ein EKG angeschlossen. Zahlreiche Elektroden werden am Körper des Patienten angebracht. Diese Elektroden sollen die Aktivität des Herzens messen. Ein solches EKG ist beim Arzt vor Ort möglich oder als 24-Stunden EKG für Zuhause. Schmerzen verursacht ein solches EKG nicht.

Wer unter einer Tachykardie leidet, der sollte wissen, dass diese nach dem Ort der Entstehung unterschieden wird. Es gibt die supraventrikuläre Tachykardie und die ventrikuläre Tachykardie. Ebenso sollten Sie wissen, dass Herzrasen akut, aber auch chronisch auftreten kann. Ist Ihr Herz in einem allgemein guten Zustand, so kann es plötzlich auftretendes Herzrasen gut verarbeiten. Sollten Sie bereits an einer Herzschwäche leiden, wird Ihr Herz Ihnen dies verdeutlichen. Sie werden sich unwohl fühlen.

Ursachen von Herzrasen

Oftmals kommt es zu Herzrasen, wenn man einer sportlichen Aktivität nachgeht. Ebenso kommen manchmal Beschwerden bei bestimmten Stimmungen vor, aber auch enormer Stress kann ein Auslöser von Herzrasen sein. Sie werden bemerken, wie sich Ihr Pulsschlag erhöht. Kinder haben oftmals einen sehr hohen Herzschlag, der auch schon mal über 100 Schläge in der Minute sein kann.

Kein Grund zur Besorgnis, gerade bei den Kleinen ist dies oftmals normal. Auch Erwachsene, welche zwischenzeitlich einen erhöhten Herzschlag haben, muss dieser nicht in Verbindung mit einer Herzerkrankung stehen. Dieser erhöhte Herzschlag sollte nur nicht kontinuierlich so hoch sein.

Unser Herz:

Unser Herz zählt zu den wichtigsten Organen im Körper, sollte dies nicht mehr richtig funktionieren, ist das oftmals besorgniserregend. Einige Herzmuskeln erzeugen sogenannte elektrische Impulse. Die Impulse werden vom Herz weitergeleitet. Es kommt zu einer sogenannten Muskelkontraktion. Kurz gesagt, so entsteht der lebensnotwendige Herzschlag. Rechts im Herzen befindet sich der Sinusknoten in einem Herzvorhof. Dieser ist die treibende Kraft des Herzens und sorgt für die optimale Frequenz. Diese Frequenz liegt bei etwa 80 Herzschlägen in der Minute.

Verfügt Ihr Herz über eine geringe Durchblutung oder über eine Störung, welche sich im Sinusknoten befindet, so kommt es zum Herzrasen. In vielen Fällen sind Krankheiten oftmals das Problem von Herzrasen. Bei einigen, wenigen Menschen ist eine angeborene Tachykardie der Auslöser. Mögliche Ursachen können sein:

  • Kammerflimmern- oder flattern
  • Vorhofflimmern- oder flattern
  • Sinustachykardie
  • Ventrikuläre Tachykardien
  • AV-Knoten-Reentry-Tachykardie
  • Wolf-Parkinson-White-Syndrom
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Koronare Herzkrankheit

Wie sollten Sie wann verfahren?

Wenn Sie unter Kammerflimmern leiden, dann stehen Sie unter höchster Lebensgefahr. Hier Herz schlägt etwa 300 bis 900 Mal in der Minute, was viel zu viel ist. Ihr Blut wird nicht mehr richtig in den dafür vorgesehenen Kreislauf gepumpt. Die Folgen können gravierend sein. Hier kann es zu Atemstillstand kommen, ebenso zu einem Kreislaufstillstand oder sogar zu Bewusstlosigkeit.

Die Vorhöfe Ihrer Muskulatur fangen an zu flimmern. Dies bezeichnet man als Vorhofflimmern.  Hierbei handelt es sich nicht um Lebensgefahr, manche Menschen bemerken dieses Flimmern nicht einmal. Ihr Puls wird oftmals empfindlich beschleunigt auf etwa 100 Schläge in der Minute. Der Pulsschlag ist sehr unregelmäßig, mal höher, mal im Normbereich. Dies ist auch der Grund, warum viele Menschen dieses Flimmern nicht wahrnehmen. Jedoch eine Gefahr besteht, denn es kann zu einer Thrombose kommen.

Die Sinustachykardie ist oftmals ein Mitläufer, wenn man erkrankt ist. Hat man eventuell Fieber oder Angst oder leidet unter Panikattacken, kann es zu einer Sinustachykardie kommen. Der Herzschlag ist hier bedenklich hoch und sollte unbedingt von einem Arzt begutachtet werden.

Es können bei einer Ventrikulären Tachykardien zusätzliche Impulse erzeugt werden. Ihr Herz schlägt wesentlich schneller, als es normalerweise der Fall ist. Es kann zu Kammerflimmern kommen.

An Ihrem Herzen können sich Erregungen bilden, diese können zu einem erhöhten Herzschlag führen. Sie leiden unter einer AV-Knoten-Reentry-Tachykardie. Oftmals äußern sich erste Beschwerden in Form von Herzrasen. Diese Beschwerden treten ganz plötzlich auf, verschwinden jedoch kurze Zeit später von alleine wieder. Diese Form des Herzrasens zählt nicht zu den Lebensbedrohlichen. Manche Betroffene können ein solches Herzrasen sogar mit Klopfen auf die Halsschlagader stoppen. Jedoch sollten Sie sich diesen Vorgang besser von einem Arzt zeigen lassen, denn es gilt einiges zu beachten.

Das Wolf-Parkinson-White-Syndrom besteht bei manchen Patienten bereits ab der Geburt. Dieses Syndrom entsteht durch eine Reizung zwischen der Herzammer und dem Vorhof. Hier kann es zu starkem Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen. Hat man jedoch keinerlei Beschwerden, so wird das Wolf-Parkinson-White-Syndrom in der Regel nicht behandelt und man kann mit diesem problemlos leben.

Ein starkes Pochen des Herzens oder ein hoher Puls können zum Auslöser von Herzrasen werden. Hier leidet der Patient in den meisten Fällen unter einem Bluthochdruck. Dieser kann medikamentös behandelt werden.

Wer vorübergehend unter Herzrasen leidet, welches immer mal wieder auftritt, sollte zur Vorsicht einen Arzt aufsuchen. Es könnte sein, dass Sie unter Herzrhythmusstörungen leiden. Eine Abklärung ist immer empfehlenswert.

Wer einen Herzinfarkt erlitten hat, dessen Herz ist geschädigt, auch wenn der Körper diesen gut verarbeitet hat. Ein Herzinfarkt kommt zustande, wenn Sie unter einer Durchblutungsstörung leiden. Hier wird von einer koronaren Herzkrankheit gesprochen.


Herzrasen und mögliche weitere Ursachen

Sie müssen nicht zwangsläufig an einer Herzkrankheit leiden, wenn Sie Herzrasen verspüren. Es können noch andere Ursachen der Grund für ein solches Herzrasen sein.

  • Wechseljahre
  • Schilddrüse
  • Verletzungen verbunden mit Blutverlust
  • Blutarmut
  • Koffein
  • Lungenembolie

Wann sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen

Verspüren Sie ein Unwohlsein und leiden des Öfteren unter Herzrasen, so sollten Sie zur Abklärung in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Vorsicht ist immer besser als Nachsicht. Es können immer mal wieder Herzkrankheiten hinter Herzrasen stecken, die absolut harmlos sind oder die durch Medikamente behandelt werden können. Es ist zudem möglich, dass Sie operativ behandelt werden müssen, dies bedarf einer Abklärung durch einen Spezialisten.

Der Arzt wird Ihnen während der Untersuchung einige Fragen stellen, um eine sichere Diagnose abgeben zu können.

  • Wie oft leiden Sie unter Herzrasen?
  • Wann haben Sie das erste Mal Herzrasen bei sich bemerkt?
  • Wann tritt Herzrasen bei Ihnen auf?
  • Wenn Sie Herzrasen verspüren, tritt dieses plötzlich auf oder eher allmählich?
  • Sind Sie bereits wegen Herzrasens bewusstlos gewesen?
  • Sind in Ihrer Familie Fälle durch Herzrasen bekannt?
  • Leiden Sie unter weiteren Beschwerden, wie beispielsweise Kurzatmigkeit?

Ihr Arzt wird Sie zudem abhören und die Herztöne ermitteln. Danach kann es sein, dass Sie entweder ein EKG in der Praxis machen müssen oder ein Langzeit EKG verschrieben bekommen. Das Langzeit EKG müssen Sie 24 Stunden täglich tragen. Der Arzt wird in unregelmäßigen Abständen dieses Gerät auslesen und die Aufzeichnungen auswerten.

Handelt es sich um ein gutartiges Herzrasen, so kann dieses mit Medikamenten beeinflusst werden. Betablocker helfen beispielsweise einen niedrigen Herzschlag zu erzeugen. Sollte der Arzt feststellen, dass das Herzrasen durch die allgemeine Psyche entstanden ist, so wird dieser Ihnen ein Beruhigungsmittel verschreiben.

Herzrasen, erste Hilfe

Verspüren Sie Herzrasen und fühlen sich allgemein unwohl, so gibt es einige Möglichkeiten, wie Sie ein harmloses Herzrasen kontrollieren können. Sie sollten tief ein und ausatmen. Diesen Vorgang wiederholen Sie ein paar Mal. In vielen Fällen hört das Herzrasen danach auf. Ebenso kann es helfen, dass Sie mit zwei Fingern die Stelle am Hals massieren, wo sich der Puls befindet.

Es ist zu empfehlen, dass Sie diese Technik im Sitzen oder im Liegen anwenden, da es oftmals vorkommt, dass der Blutdruck abfällt. Eine weitere sehr hilfreiche Möglichkeit ist das sogenannte Valsalva-Manöver. Halten Sie Ihre Nase zu und schließen Sie den Mund. Nun atmen Sie ganz langsam aus. Der entstandene Druck im Brustbereich steigt und der Herzschlag wird verlangsamt. Eine weitere und sicherlich unbekannte Methode ist dass Trinken von kohlensäurehaltigen Getränken und im Anschluss das Aufstoßen.

Leiden Sie des Öfteren unter Herzrasen, so sollten Sie unbedingt den Konsum von Kaffee reduzieren und Raucher sollten die Zigaretten im besten Fall weglassen. Herzrasen entsteht in den meisten Fällen, wenn man gestresst ist. Stress ist ein absoluter Gesundheitskiller. Vermeiden Sie viel Stress, es wird Ihrem Herzen zugute kommen. Eine weitere Möglichkeit um das allgemeine Befinden zu verbessern ist die Muskelentspannung. Hier können Sie auf Yoga zurückgreifen. Yoga ist eine Sportart, welche in jedem Alter absolviert werden kann. Sie fördert die Atmung und lässt den Herzschlag ruhig und regelmäßig arbeiten. Selbst wenn Sie Ihr Herzrasen selbst wieder unter Kontrolle bekommen haben, so sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

Herzrasen – Ursachen und Behandlung von Herzklopfen bzw. Herzstolpern
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Autor: Robert Milan

Der Autor: - Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur, klinische Studien und der aktuellen medizinischen Leitlinie.
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