Aspirin bei Bluthochdruck

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird mit ASS abgekürzt. Geläufiger ist der Handelsname Aspirin. Ursprünglich wurde das Arzneimittel zur Behandlung von Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen sowie Grippesymptomen entwickelt.

Doch auch zur Behandlung von Bluthochdruck ist dieses schon lange im Handel befindliche Arzneimittel in aller Munde. In niedriger Dosis (75 – 100 mg/Tag) hilft es Erkrankungen zu verhindern, wie

  • Gefäßverschluss
  • Herzinfarkt
  • Hirninfarkt (Schlaganfall)
  • Angina pectoris
  • Arterienerkrankungen
  • Herzflimmern

Seine Wirkung als Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung hat ihm einen festen Platz in der Medikamentenliste zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeräumt. Als Thrombozytenaggregationshemmer – die Verklumpung von Blutplättchen verhindernd – beugt Aspirin Schlaganfall und der Verstopfung feiner Gefäße im Bereich des Herzens vor.

Aspirin schützt vor lebensbedrohlichen Verklumpungen

Bluthochdruck basiert meist auf Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel und/oder Stress. Mitunter ist aber auch eine genetische Veranlagung verantwortlich für sein Auftreten. Das Herz kann nur mit erhöhter Leistung reagieren, um den Organismus mit ausreichenden Blutmengen zu versorgen. Fakt ist: Bluthochdruck muss behandelt werden, da sonst Gefahr für Leib und Leben besteht. Ist Aspirin das richtige Mittel zur Regulierung von Bluthochdruck?

Die Experten sind sich einig: die Acetylsalicylsäure beugt Verklumpungen und somit Verstopfungen in den Blutgefäßen vor. Das Blut wird flüssiger, das Herz muss sich weniger anstrengen. Daher lässt sich bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen der Blutgefäße die Gefahr für Schlaganfälle und Herzinfarkte deutlich mindern. Diese mitunter lebensbedrohlichen Erkrankungen sind Folge eines erhöhten Blutdrucks.

Erhöhter Blutdruck jedoch ist die Folge einer ungesunden Lebensweise, die sich in Stress, Schlafmangel, schlechter/falscher sowie übermäßiger Nahrung, Übergewicht und Bewegungsmangel zeigt. Dem Herzen und somit auch dem Blutdruck fehlen schlichtweg die gesunden Voraussetzungen für eine durchgängig gute Leistung. Die Gefäße verengen sich, das Herz erhöht seinen Druck. Das Ergebnis zeigt sich in gefährlichem Bluthochdruck.

Schlechte Nachrichten

Aspirin hat keinen Einfluss auf den Blutdruck selbst! Der Wirkstoff ASS kann nur Einfluss auf die Fließfähigkeit des Blutes haben, der Blutdruck selbst ändert sich mit Einnahme von ASS nicht. Lediglich die gefährlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösenden Verklumpungen können verhindert werden, dank der blutverdünnenden Eigenschaften.

Medikation zur Behandlung von Bluthochdruck

Neben einer veränderten Lebensweise gibt es verschiedene Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck. Diese sind

Das richtige Mittel verordnet der Arzt nach eingehender Untersuchung. Stets sind jedoch Nebenwirkungen zu erwarten, wie etwa trockener Reizhusten oder Müdigkeit. Vollkommen nebenwirkungsfrei oder allenfalls mit positiven Nebenwirkungen behaftet ist die Umstellung der Lebensweise. Gewichtsabnahme, Sport und gesunde Ernährung sind die Mittel der Wahl.

Niemals sollten verordnete Blutdrucksenker einfach abgesetzt werden! Wann und in welchem Maß diese reduziert werden dürfen, das entscheidet allein der behandelnde Arzt.

Fett und Zucker sind die beiden Stoffe, die im Übermaß Bluthochdruck erzeugen. Die Folge ist Übergewicht und Bewegungsmangel. Daher sollte zur Gewichtsreduktion auf beides weitgehendst verzichtet werden. Omega-3-Fettsäuren hingegen unverzichtbar für die Herzgesundheit.

Ganz ohne Fett auszukommen ist daher nicht der richtige Weg. Auch Lightprodukte versprechen Unmögliches. Ihr Mangel an Fett wird mit Zucker und ihr Mangel an Zucker mit Fett als Geschmacksträger ausgeglichen.

Eine gesunde Ernährung sieht möglichst unverarbeitete Lebensmittel vor. Früchte und Gemüse enthalten natürlichen, dem Organismus zuträglichen Zucker. Nüsse, Samen und fetter Fisch liefern die dringend benötigten und gesunden Fette. Auf gehärtete und andere tierische Fette sollte lieber verzichtet werden.

Blutdrucksenkende Lebensmittel

Es gibt einige Lebensmittel, die einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben. Diese sind u. a.

  • Kakao
  • Bananen
  • Kiwis
  • Kartoffeln
  • Knoblauch
  • Naturreis
  • Rosinen
  • Rote Bete
  • Wassermelonen
  • Weißdorn

Doch sollte berücksichtigt werden, dass ihr Einsatz nutzlos ist, wenn nicht die gesamte Lebensweise neu überdacht wird. Wer auf nichts verzichten will und meint, blutdrucksenkende Lebensmittel zur Bekämpfung von Bluthochdruck einsetzen zu können, wird bittere Erfahrungen machen. Es ist erforderlich, das Komplettprogramm zu durchlaufen.

Aspirin – höchstens klumpenfrei

Wer glaubt, Aspirin beeinflusse den Blutdruck, unterliegt einem Irrtum. Lediglich die Verklumpung des Blutes wird weitgehend verhindert. Um den Blutdruck nachhaltig zu senken, bedarf es a) bestimmter Medikamente (s. oben) und/oder gezielter Lebensmittel und b) einer gesunden Lebensweise.

Letztere bringt neue Voraussetzungen für die Herzgesundheit mit. Die Herzleistung kehrt in Normalbereiche zurück, sofern dem Organismus die erforderliche Energie in Form von guten und gesunden Lebensmitteln sowie in ausreichender Bewegung zur Verfügung gestellt wird. Nur auf diese Weise sind Nähr- und Sauerstoffversorgung gewährleistet.

Gefährliche Nebenwirkungen

Aspirin ist das bekannteste Arzneimittel weltweit und hat mitunter den Ruf eines Allheilmittels. Die Gefahr liegt darin, dass es als „harmlos“ bezeichnet wird und als Helfer in allen Lebenslagen gilt.

Die Kehrseite der Medaille sieht anders aus. Acetylsalicylsäure kann Geschwüre und Blutungen in Magen und Darm auslösen, denn der aggressive Inhaltsstoff greift die Schleimhäute des Verdauungstraktes an. Auch Asthmaanfälle und Nierenschäden zählen zu den möglichen Folgen. Eindeutige Zahlen gibt es nicht, doch die Fachwelt geht davon aus, dass die Zahl der durch Aspirin ausgelösten Todesfälle vierstellig ist.

Die unkontrollierte Einnahme von Aspirin zur Behandlung von Bluthochdruck oder Schmerzen muss bei ärztlichen/zahnärztlichen Eingriffen berücksichtigt werden. Die blutverdünnende Wirkung sorgt z. B. nach Mandeloperationen für starkes, kaum zu stoppendes Nachbluten. Fünf Tage vor einer geplanten Operation ist daher das Arzneimittel abzusetzen.

Zusammengefasst

Direkten Einfluss auf Bluthochdruck hat Aspirin nicht. Lediglich die Fließfähigkeit des Blutes wird dank der blutverdünnenden Eigenschaften verbessert. Aspirin ist kein Allheilmittel, daher sollte die Einnahme stets der Kontrolle des Arztes unterliegen.

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Aspirin bei Bluthochdruck
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Lili Nuß

Lili Nuß ist Geprüfte Industriemeisterin IHK - Fachrichtung Pharmazie und Chemielaborantin, Fachbereich Analytik. In ihrer langjährigen beruflichen Praxis bei Warner Lambert und Pfizer in Freiburg, war sie unter anderem für die Qualitätskontrolle der Wirkstoffe und Hilfsstoffe zuständig. Lili Nuß ist unsere Fachfrau für Pharmazie, Chemie, Analytik und Medikamentenkunde.
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