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Abends hoher Blutdruck

Typischerweise unterliegt der Blutdruck im Tagesverlauf verschiedenen Schwankungen. Auch Ruhepausen oder sportliche Betätigung beeinflussen ihn maßgeblich. Grundsätzlich besteht ein Zusammenhang zwischen Tageszeit und Blutdruck. Die Ursache liegt im unterschiedlichen Versorgungsbedarf von Muskeln und Organen mit Blut. Dieser Tagesrhythmus wird in Fachkreisen als circadianer Rhythmus der Blutdruckwerte bezeichnet.

Blutdruckwerte

Von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist die Rede, wenn die Werte des hoch-normalen Blutdrucks überstiegen werden. Der Normalbereich bewegt sich zwischen 120 – 129/80 – 84 mmHg. Als hochnormal gelten noch Werte zwischen 130 – 139/85 – 89 mmHg. Danach beginnt die 1. (milde) Stufe einer Hypertonie. Die 2. Stufe (mittlere Hypertonie) ist bei Werten ab 140 – 159/90 – 99 mmHg erreicht. Von der schweren Form wird gesprochen, wenn die Zahlen 180/110 mmHg übersteigen.

Ergeben nur einzelne Messungen am Abend einen überhöhten Blutdruck, muss dieser Umstand noch nicht besorgniserregend sein. Erst regelmäßige Kontrollen ergeben ein deutliches Bild. Dann ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, der in aller Regel als erste Maßnahme eine 24-Stunden-Blutdruckmessung anordnet.

Der circadiane Rhythmus der Blutdruckwerte

Morgens zwischen 8 und 9 Uhr erreicht der Blutdruck seine erste Spitze. Mittags hingegen fallen die Werte ab und erreichen zwischen 16 und 18 Uhr ihre zweite Spitze. Danach fällt er immer weiter ab bis in die Nachtstunden hinein.

Für die Steuerung der Blutdruckveränderungen ist das autonome Nervensystem verantwortlich. Die obengenannte Kurve zeigt sich bei gesunden Menschen wie bei der Primärform von Bluthochdruck gleichermaßen. Normalerweise ist der Blutdruck am frühen Vormittag sowie am späten Nachmittag um bis zu 15 % höher als am Abend.

Primär bedeutet, dass die Ursachen für die Hypertonie nicht lokalisiert werden können. Während bei der sekundären Form Erkrankungen vorausgehen, wie etwa Nierenstörungen. Gerade bei der sekundären Form fehlt häufig die nächtliche Blutdruckabsenkung. Daher ist die 24-stündige Blutdruckmessung erforderlich. 

Deutlich gesagt: Senkt sich regelmäßig am Abend der Blutdruck nicht ab, liegt möglicherweise eine Erkrankung vor, welche dringend diagnostiziert und behandelt werden muss. Geschieht dies nicht und die erhöhten Werte werden übergangen, kann es zu schwerwiegenden Folgen für den Patienten kommen – möglicherweise droht sogar der Tod.

Blutdruck senken

Bluthochdruck kann gesenkt werden. Vor allem, wenn es sich um die primäre Form handelt, deren Ursache oft in der falschen Lebensweise oder in der Vererbung liegt. Die ärztliche Therapie sieht die Ursachensuche sowie die Medikation vor. Zu den geeigneten Formen zählen

  • ACE-Hemmer
  • AT 1-Antagonisten
  • Kalziumantagonisten
  • Betablocker
  • Sartane
  • natürliche Blutdrucksenker in Form von bestimmten Lebensmitteln

Da die Mehrzahl aller Bluthochdruckpatienten unter der primären Form des Bluthochdrucks leidet, kann dieser mehrheitlich in normale Bahnen gelenkt werden. Die wichtigsten Gegenmaßnahmen zeigen sich in sportlicher Betätigung, Ernährungsumstellung und Medikation (letztere zumindest solange, bis Normalwerte erreicht sind). Viele Lebensmittel sind direkt der Herzgesundheit zuträglich, wie etwa Bananen, Kakao, Rote Bete usw.

Neuerdings macht auch ein neuer Wirkstoff von sich reden: Nattokinase. Dieses Enzym basiert auf den Inhaltsstoffen der Sojabohne, die fermentiert wird. Die Wirkungsweise zeigt sich in der Blutverdünnung, welche die von Medikamenten mit identischem Ansatz bei weitem übertrifft. Noch ist dieses Mittel nicht in Deutschland zugelassen. Die Recherche lohnt sich jedoch.

Wird aber auf den erhöhten Blutdruck keinerlei Rücksicht genommen, drohen schlimmere Folgen:

  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Gefäßverschluss
  • Angina pectoris
  • Arterienerkrankungen
  • Herzflimmern

Plötzlicher Blutdruckanstieg am Abend

Neben der Möglichkeit des regelmäßigen Blutdruckanstiegs am Abend kann sich auch eine abendliche akute Gefahrensituation ergeben. Sofern bei der Messung trotz körperliche Ruhe Werte von 190 – 200 mmHg gemessen werden, obwohl der Standard sonst um die 140 mmHg liegt, sollte der Notarzt gerufen werden. Auch Werte unter oder über 190 mmHg können gefährlich werden. Ob eine echte Gesundheitsgefahr vorliegt, entscheidet der Notarzt selbst. Auch am Tag oder in der Nacht können solche Situationen eintreten. Stets sollte der Notruf gewählt werden.

Treten gleichzeitig noch Beschwerden im Brustkorb auf, ist das Atmen erschwert oder die Sicht deutlich gestört, besteht ebenfalls akute Lebensgefahr. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die Wände der Blutgefäße oder der Herzkammern dem Druck nicht standhalten können. Werden die Symptome übergangen, drohen Schlaganfall, Herzinfarkt und andere lebensgefährdende Folgeerscheinungen.

Übrigens: Eine vorliegende Schlaf-Apnoe kann eine nächtliche Blutdruckstörung auslösen. Auch andere Schlafstörungen sind vielfach verantwortlich dafür. Möglicherweise kann die abendliche Gabe von Blutdruckmedikamenten Abhilfe schaffen. In jedem Fall müssen die Ursachen geklärt werden.

Hohe Blutdruckwerte sind keine Bagatelle

Hohe Blutdruckwerte landen mit einem abschätzigen Lächeln oft in der Kopf-Schublade der nebensächlichen Dinge. Die Gefahr darf jedoch keinesfalls unterschätzt werden. Ist der Bluthochdruck bekannt und die Ursachen liegen in der bequemen Lebensweise, kann verhältnismäßig schnell für Abhilfe gesorgt werden.

Wirklich gefährlich kann der abendliche Anstieg sein, denn die Natur sieht die Absenkung am Abend vor. Ist das natürliche Vorgehen gestört, liegt möglicherweise eine ernsthafte Erkrankung vor (z. B. Nierenerkrankung). Dann besteht dringender Handlungsbedarf, der zunächst mit dem Arztbesuch realisiert wird. Der Mediziner wird eine Anamnese vornehmen sowie eine 24-Stunden-Blutdruckmessung anstoßen, die neben einem EKG eine deutliche Aussage trifft.

Keinesfalls darf der plötzliche abendliche Anstieg mit einem Schulterzucken abgetan werden. Das rechtzeitige Handeln dient der Früherkennung, die eine prompte Behandlung nach sich zieht. Nur dann können ernsthafte Schäden möglicherweise vermieden werden.

Tipp: Die regelmäßige Blutdruckmessung dient der Vorbeugung – auch in gesunden Zeiten. Ob und wann sich Problematiken ergeben, kann niemand voraussehen. Vielfach sind auch familiäre Vorerkrankungen nicht bekannt. Die rechtzeitige Erkennung kann weitreichende und einschneidende Folgen vermeiden helfen.

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